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10 Jahre Palliativstation Bünde: „Spezifisch christlicher Beitrag“


 

„Was wir vom Leben haben, hängt nicht davon ab, wie viele Jahre wir leben, sondern wie wir jeden Tag leben“ – unter diesem Motto steht die Arbeit der Palliativstation im Lukas-Krankenhaus Bünde. „Palliativ“ kommt her vom spätlateinischen Wort „palliare“ (mit einem Mantel umhüllen) und meint die Behandlung von Patienten mit nicht heilbaren Erkrankungen mit begrenzter Lebenserwartung. Wo Heilung nicht mehr möglich ist, soll der Patient die im verbleibende Zeit in bestmöglicher Lebensqualität verbringen. Seit dem Oktober 1999 gibt es die Palliativstation im Lukas-Krankenhaus – etwas verspätet wurde am Freitag, dem 24. April im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus in Bünde 10-jähriges Jubiläum gefeiert.

„Von der Vision zur Wirklichkeit“ war die Einladungskarte überschrieben, und Krankenhausvorstand Wolfgang Rediker schilderte bei der der Begrüßung der Festgäste aus Medizin, Kirche und Politik noch einmal diesen Weg. Anstöße gab die seit 1998 bestehende Hospizgruppe Bünde, hinzu kam der Aufbau einer Onkologischen Ambulanz. Im Oktober wurde die Palliativstation eröffnet, doch es dauerte noch bis 2004, bis das Land die Station offiziell anerkannte und in den Krankenhausbedarfsplan aufnahm. Im September 2007 wurde die Station nach einem grundlegenden Umbau neu eröffnet.

Die Einheit von „Schmerz- und Symptombehandlung sowie psychologische und seelsorgerliche Betreuung“  beschrieb Rediker als zentralen Gedanken der palliativen Arbeit – und beschrieb die Station als wesentlichen Bestandteil seines Hauses: „Die Palliativstation zeigt exemplarisch auf, wofür sich konfessionelle Krankenhäuser besonders einsetzen“.

Auch der Superintendent des Kirchenkreises Herford, Michael Krause, würdigte die Station als „spezifisch christlichen Beitrag, der auch außerhalb sehr anerkannt wird“. Krause erinnerte sich an Besuche auf der Station während seiner Zeit als Gemeindepfarrer und beschrieb deren besondere Atmosphäre und besonderen Geist.  Im Namen des Kreises Herford dankte Landrat Christian Manz  für die Arbeit der Palliativstation. „Sie ist ein wirklicher Gewinn für die Menschen im Kreis“, sagte Manz, während Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch dem Lukas-Krankenhaus einen „hervorragenden Ruf“ und den Mitarbeitern auf der Palliativstation „große Fachkompetenz und menschliche Wärme und Mitgefühl“ bescheinigte.

 

Was Palliativmedizin in einem umfassenden Sinn  bedeuten kann und welche Bedeutung ihr innerhalb der Medizin zukommt, beschrieb Professor Dr. Friedemann Nauck von der Universität Göttingen. Nauck, der früher eine Palliativstation in Bonn geleitet hatte und  nun in Göttingen Palliativmedizin auch im universitären Bereich lehrt, erinnerte zunächst daran, dass trotz der rasanten Entwicklung der Medizin eine angemessene Betreuung und Versorgung des Patienten in der Sterbephase immer noch nicht selbstverständlich sei. Nauck forderte eine Aufnahme palliativen Denkens in die gesamte Medizin und eine frühzeitiges Nachdenken der Mediziner darüber, was zu tun sein, wenn eine diagnostizierte Krankheit nicht heilbar sei. „Es ist gerade unserer Aufgabe als Christen, dann da zu sein“, sagte der Mediziner in seinem engagierten und mitreißenden Vortrag.

Nauck skizzierte seine Vorstellung von palliativer Medizin als eine Verbindung von optimaler Symptom- und Schmerzbehandlung zusammen mit einem sensiblen Eingehen auf Bedürfnisse des Kranken und seiner Angehörigen, bei der Ganzheitlichkeit, Kommunikation, aber auch ethische Reflexion des medizinischen Tuns unabdingbar seien. „Wir müssen auch das Sterben zulassen können“, sagte Nauck.

Nauck schilderte die Zusammenarbeit vieler verschiedener Einrichtungen im Bereich Göttingen, mit der versucht werde, ein möglichst großes Netzwerk zu schaffen. Station in einer Klinik, ambulanter Dienst, Tagesklinik, Hospize, Hospizgruppen, niedergelassene Mediziner bilden dieses Netzwerk. „Es ist wichtig, dass die Patienten da, wo sie sterben wollen, optimal betreut werden“, sagte Nauck, der es auch als Erfolg wertete, dass Palliativmedizin mittlerweile in der Ausbildung der Ärzte eine Platz gefunden haben. „Palliativmedizin ist ein Konzept für das Leben am Lebensende“, beschloss er seinen Vortrag.

Der Chefarzt der Medizinischen Klinik, Dr. Bernd Wejda, prognostizierende eine wachsende Zahl von Menschen, die palliativmedizinische Betreuung benötigen würden und begrüßte die Gründung eines Palliativnetzwerkes für den Kreis Herford, an dem sich das Lukas-Krankenhaus beteilige. Auf dessen Wachstum hofft auch Pflegedirektorin Renate Letsch, die die Palliativstation als „verlässlichen Partner für Betroffene und Angehörige“ beschrieb. Ebenso wie Wejda warb sie für die finanzielle Unterstützung der Palliativstation: „Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen“, sagte die Pflegedirektorin. —  Über die Arbeit der Station informiert eine bebilderte Festschrift, die beim Jubiläum vorgestellt wurde und beim Lukas-Krankenhaus erhältlich ist.

Bilder (Bernd Höner): oben: Freude über 10 Jahre Palliativstation am Lukas-Krankenhaus Bünde: Stationsleiterin Martina Waldeyer, Chefarzt Dr. Bernd Wejda, Oberärztin Dr. Petra Küpper-Weyland, Pflegedirektorin Renate Letsch, Superintendent Michael Krause, Vorstand Wolfgang Rediker; Mitte: Hielt ein engagiertes Plädoyer für die Palliativmedizin: Professor Dr. Friedemann Nauck aus Göttingen      

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