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Kein Weg zurück


Im Erzählcafé hatten wir vor einigen Wochen Shakila Ghulami zu Gast und sie erzählte uns von ihrer Flucht. In Afghanistan geboren, wuchs sie als Kind und junge Erwachsene im Iran auf. Sie heiratete und wollte mit ihrem Mann nicht länger warten, bis der Krieg und Terror in Afghanistan enden.

Deshalb entschlossen sie sich, auf den Weg zu machen. Sie wusste weder wohin sie dieser Weg führen, noch was ihnen auf diesem Weg widerfahren würde. Bei eisigen Temperaturen ging es durchs Gebirge. Sie erreichten entkräftet die Grenze zur Türkei. Sie schlugen sich nach Istanbul durch und warteten ein halbes Jahr auf die Weiterreise. Schlepper brachten sie zu einem kleinen Boot, auf dem sie sechs Tage und sieben Nächte völlig hilflos auf sich selbst gestellt waren. Niemand wusste, ob sie das überleben würden. In der Ferne sahen sie schließlich das rettende Licht, das langsam immer näherkam. Sie erreichten Italien und konnten ohne Kontrollen nach Frankreich weiterreisen. Von dort wollten sie nach England, landeten jedoch in Deutschland und sind seitdem hier.

Diese Flucht geschah bereits vor 15 Jahren. Ihre Heimat hat Shakila hier in Deutschland noch nicht gefunden. Sie ist rechtlich nur geduldet, obwohl sie sich sprachlich längst integriert hat und sich für andere Flüchtlinge im Integrationsrat einsetzt. Ihren Wohnsitz darf sie nicht frei wählen, obwohl sie einen Studienplatz in Aussicht hatte. Eine Arbeitserlaubnis hat sie nicht. Sie fühlt sich wie ein Mensch zweiter Klasse. Trotzdem möchte sie gerne bleiben, denn einen Weg zurück gibt es für sie nicht mehr.

In jener Woche sind 18 junge Menschen von München aus nach Afghanistan abgeschoben worden. Die Sicherheitslage bleibt dort in vielen Gebieten lebensbedrohlich. Trotzdem sollen die Abschiebungen nach Afghanistan konsequenter und schneller durchgesetzt werden. Das Grundrecht auf Asyl wird damit weiter eingeschränkt. Wählerstimmen haben wohl mehr Gewicht, als die Stimmen der Menschenrechtsorganisationen. 

Im Erzählcafé erinnerten sich die älteren Gäste daran, wie sie selbst schutzlos dem Krieg ausgeliefert waren und als Vertriebene ein neues Zuhause suchten. Leicht hatten sie es nicht. Doch überlebt haben sie, weil sie Schutz und Obdach fanden. Solchen Schutz brauchen die Kriegsflüchtlinge noch immer. In der Bibel steht: „Wenn ein Fremder bei euch wohnt in eurem Land, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremde gewesen.“

Wir brauchen dringend neue gesetzliche Regelungen für Flüchtlinge, die schon lange, wie Shakila, in Deutschland leben und gut integriert sind. Aus den jahrelang Geduldeten werden gleichberechtigte Mitbürger, die arbeiten und sich frei bewegen können; die sich eine eigene Zukunft aufbauen können. Das wünschte sich auch Shakila, die die Hoffnung darauf nie aufgegeben hat.

Dr. Kai-Uwe Spanhofer, Gemeindepfarrer in Sundern

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