Kirche und Corona-Virus

Die hier veröffentlichten Hinweise und Regelungen werden bei Bedarf aktualisiert (Stand: 30. März, 13:30 Uhr)


Liebe Schwestern, liebe Brüder,

die Lage ist offensichtlich ernster, als wir es in den letzten Wochen wahrhaben wollten. Hier machen wir derzeit einen Bewusstseinswandel durch.

Klar ist: Staatliche Verordnungen sind für uns bindend.

In den Tageseinrichtungen für Kinder und in den kreiskirchlichen Schulen ist das Betretungsverbot umgesetzt.

Auch im Leben der Kirchengemeinden kommen wir Stück um Stück zu Einschränkungen, wie wir sie bisher nicht erlebt haben.

In der Kirche betonen wir Nähe, Gemeinschaft und die enge Verbindung zueinander. Diese Werte bleiben bestimmend, auch wenn wir jetzt zu sozialer Distanznahme aufgefordert  sind. Gewohnte Formen der Gemeinschaft sind im Moment nicht möglich. Andere Formen müssen entwickelt werden. Hier gilt es findig und kreativ zu sein, um Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, und ein tröstendes Wort zu finden, wo Menschen Trost brauchen.

Der Schutz der Schwächsten erfordert von uns solidarisches und konsequentes Handeln.

Der Schutz anderer ist ein Gebot der Nächstenliebe.

Auch wenn der sonntägliche Gottesdienst vor Ort derzeit nicht gefeiert werden kann, bleiben wir herausgefordert zum Gottesdienst im Alltag der Welt.

Für diesen Gottesdienst im Alltag legt der Apostel Paulus eine bestimmte Haltung nah: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ (Römer 12,12)

Michael Krause
Superintendent des Ev. Kirchenkreises Herford

Alle Themen in alphabetischer Reihenfolge:

Beerdigungen

Beerdigungen sind notwendig und werden durchgeführt, jedoch unter strengen Sicherheitsvorgaben: Die maximale Teilnehmerzahl ist auf den engsten Kreis der Angehörigen zu begrenzen. Dabei kann die Gesamtsumme der Beteiligten in einigen Kommunen (z.B. Herford) durchaus höher als fünf Personen sein.

Die Regelung für die Stadt Herford lautet: Nur noch Verwandte ersten Grades (Eltern und Kinder) sowie Partner und Geschwister des Verstorbenen sind zugelassen. Die Zahl von 20 Personen darf nicht überschritten werden. Erfahrungen aus der EKvW zeigen: In der Regel werden zu diesen 20 Personen auch die Geistlichen, die Bestatter und die Träger gezählt.

In der Regel wird von den Ordnungsämtern eine Feier im Freien auf dem Friedhof vorgeschrieben. Es gibt aber auch Ausnahmen. Wenn die Trauerfeier in einer Kirche oder in einer Trauerhalle stattfinden kann, ist eine luftige Sitzweise nach den geltenden Abstandsregeln (2m) zu wählen, Berührungen unterbinden.

Diakonisches Werk im Kirchenkreis Herford

Das Diakonische Werk ist weiterhin für die Menschen da, die Rat und Hilfe benötigen. Die jeweiligen Gebäude sind für Besucherinnen und Besucher geschlossen - telefonisch sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichbar:

  • Bitte nehmen Sie Kontakt auf.
  • Telefon: (05221) 5998-0
    • Montag bis Freitag 08.30 Uhr bis 13.00 Uhr
    • Montag bis Donnerstag 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr

Gemeindebüros

Gemeindebüros arbeiten weiter zu den üblichen Zeiten, sie sind aber für den allgemeinen Besucherverkehr bis auf Weiteres geschlossen zu halten. Kontakt soll selbstverständlich per Telefon, E-Mail oder Post gewährleistet sein.

Gemeindehäuser schließen

Da Versammlungen unterbleiben sollen, sind nun auch die Gemeindehäuser generell für Gruppen und Besucher zu schließen. Statt einer „amtlichen Bekanntmachung“ könnte hier in freundlicher Form auf die zum Gebet geöffnete Kirche hingewiesen werden, die Telefonnummer des Pfarrers oder der Pfarrerin stehen, ein Satz der Ermutigung oder ein Gebet …

Gottesdienste

Auch in den nächsten Wochen werden wir keine Gottesdienste in üblicher Weise feiern können (Diese Regelung gilt zunächst bis zum 30. April. Sollten die staatlichen Bestimmungen vorher gelockert werden, ist auch ein früherer Zeitpunkt möglich. Landeskirche geht in ihren Rundschreiben zunächst von einem Zeitraum bis zum Ende der Osterferien aus.).

Bei vielen ist der Schmerz über den Verzicht auf die Gottesdienste sehr groß.

Einzelne Gemeinden nehmen Gottesdienste oder Andachten auf und stellen sie ins Netz gestellt. Es entstehen neue und kreative Formen der Gemeinschaft. Auf der Homepage des Kirchenkreises ist eine Übersicht zu finden.

Überlegen Sie bitte auch weiterhin, zu den üblichen Gottesdienstzeiten die Kirchen zu öffnen, so dass einzelne Personen kommen können – mit der Möglichkeit zu einem seelsorglichen Kurzgespräch oder zu einem gemeinsamen Gebet.

Zur Gestaltung der Karwoche, des Karfreitags und der Ostertage liegen in vielen Gemeinden erste Ideen vor.

Kindertageseinrichtungen (Kitas)

Halten den Betrieb für Kinder von Schlüsselpersonen im Rahmen der Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen aufrecht. Das Bringen und die Abholung der Kinder erfolgt an der Eingangstür der Kindertageseinrichtung. Eltern haben ein Betretungsverbot.

Informationen für Träger, Leitungen, Personal von Kindertageseinrichtungen im Informationsschreiben des Landes vom 14.03.2020: Download PDF-Datei (261 KB)

Fragen und Antworten zum Betretungsverbot von Kindertagesbetreuungsangeboten finden Sie in dem Informationsschreiben des Landes vom 27.03.2020: Download PDF-Datei (427 KB)

Kinder- und Jugendarbeit

Alle Angebote der offenen und verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Herford im "Face-to-face-Modus" sind abgesagt, die Jugendzentren, Vereins- und Gemeindehäuser sind geschlossen. 

Es finden aber weiterhin online-Angebote, virtuelle Treffen, Whats-App-Aktionen und Wettbewerbe, Videochats, Gesprächs- und Beratungsangebote per Skype und anderes statt. Derzeit werden Konzepte zur Begleitung von Kindern und Jugendlichen zu Zeiten von Corona entwickelt oder schon gestartet. Informationen dazu gibt es bei den jeweiligen Hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Regionen des Kirchenkreises oder beim Amt für Jugendarbeit.

Über die Durchführung der Kinder- und Jugendfreizeiten in den Sommerferien wird nach den Osterferien beraten.

Konfirmationen

Die Evangelische Kirche von Westfalen empfiehlt mittlerweile (Stand: 25. März 2020), sämtliche Konfirmationsgottesdienste – und damit auch die Konfirmationsfeiern, die für Mai vorgesehen sind - auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Es ist notwendig, den Familien jetzt Planungssicherheit zu geben.

Kreiskirchenamt / Verwaltung

Das Kreiskirchenamt arbeitet, ist aber bis auf weiteres für den Besucherverkehr geschlossen. Alle Termine mit persönlichem Kontakt sind hiermit abgesagt. Die Mitarbeitenden sind so weit wie möglich anwesend, Absprachen können per Mail oder fernmündlich weiterhin getroffen werden.

Zur Eindämmung der Infektionsgefahr durch das Corona-Virus gibt es verbindliche Regelungen. Unter anderem ist der Erlass des Ministeriums (MAGS) NRW vom 15.03.2020 auch für unser kirchliches Leben und Handeln bindend. Alle Kontakte, die nicht unbedingt erforderlich sind, haben zu unterbleiben.

Wird ein Fall einer Infektion nachgewiesen, werden alle, die mit diesem Menschen zusammengearbeitet haben oder in Kontakt waren, unmittelbar in Quarantäne geschickt. Das kann sehr schnell gewaltige Kreise ziehen. Damit kann an einem Tag zum Beispiel ein ganzes Amt für Wochen lahmgelegt und geschlossen werden. Darum sind alle Anordnungen genau einzuhalten.

Sollen zu ihrem eigenen Schutz auf ca. 2 m Distanz achten, möglichst einzeln in Büros arbeiten, die regelmäßig belüftet werden, unvermeidbare Teambesprechungen in größeren Räumen abhalten und für die interne Kommunikation besser zum Telefon greifen, auch wenn sie zwei Räume auseinander auf dem gleichen Flur sitzen. Sozialräume möglichst nicht gemeinsam nutzen. Hausandachten werden (leider!) auch abgesagt. Wir müssen konsequent das tun, was wir sonst nicht wollen: Distanz wahren!

Kreiskirchliche Ausschüsse und Konferenzen

Sind bis auf weiteres (nicht nur im Kreiskirchenamt) abgesagt. Einzige Ausnahmen: das Leitungsgremium Kreissynodalvorstand sowie Teamsitzungen auf der Leitungsebene (Superintendent/Verwaltungsleitung) zur Sicherstellung der notwendigen Entscheidungen und Abläufe, zugleich Funktion Krisenteam.

Presbyteriumssitzungen

Die Leitungsgremien müssen handlungsfähig bleiben.

Die Landeskirche empfiehlt mit Nachdruck, auf das Mittel von Telefon- oder Videokonferenzen zurückzugreifen.

Vorgeschlagen wird ein kreativer Gebrauch von Artikel 71, Absatz 3 der Kirchenordnung:

„Danach können Vorsitzende und Kirchmeister in eiligen Fällen das einstweilen Erforderliche anordnen. Für diese Fälle wird ergänzend angeraten, vor der Eil-Entscheidung nach Möglichkeit eine (informelle) Abstimmung mit den übrigen Presbyteriumsmitgliedern - etwa über Telefon oder KiWi - herbeizuführen.“ In der folgenden Sitzung muss der Beschluss dann bestätigt werden.

Leider gibt es für Presbyterien weiterhin nicht die Möglichkeit für Umlaufbeschlüsse. Der von der Landeskirche empfohlene Weg kommt dem aber nah.

Seelsorge

Seelsorge verstärkt und aktiv anbieten.

Ermutigen Sie die Menschen in dieser schwierigen Situation, zusammenzustehen und einander zu helfen. Machen Sie deutlich, wie wir als Kirchen jetzt ohne Panik zu schüren unsere Verantwortung verstehen. Wir bieten Räume und Gelegenheiten zu Gebet, Seelsorge und innerer Einkehr. Überlegen Sie bitte auch, wie jene, die keinen Zugang zum Internet haben, erreicht werden können.

Kirchen können auch unter der Woche geöffnet bleiben, sofern es möglich ist, die Bestimmungen des Landes Nordrhein-Westfalen zum Kontaktverbot einzuhalten. Es dürfen nicht mehr als zwei Personen gemeinsam die Kirche betreten, im Kirchraum selbst ist es aufgrund der Größe in der Regel aber möglich, dass sich insgesamt mehr Personen aufhalten. Seitens der Kirchengemeinde müssen Personen darauf achten, dass die Bestimmungen des Kontaktverbotes eingehalten werden.

Seitens der EKvW gibt es derzeit keine Empfehlung, die Kirchen geschlossen zu halten.

Aushänge bieten Hilfen und Gebetstexte und die Telefonnummer des Pfarrers oder der Pfarrerin an …

Synodale Veranstaltung am 29.04.2020:

Nach Ostern wird endgültig entschieden, ob diese Veranstaltung abgesagt wird.

Taufen

Taufen sind in der Regel aufschiebbar und finden derzeit nicht statt.

Nottaufen (z.B. in seelsorglichen Notsituationen bei Lebensgefahr des Kindes oder eines Elternteils) bleiben möglich.

Trauungen

Viele Kommunen sind dazu übergangen, bei standesamtlichen Trauungen keine Angehörigen mehr zuzulassen. Auf kirchlicher Seite führen wir Trauungen generell nicht durch, zumal sie in der Regel mit Gesellschaften und Feiern verbunden sind, die ohnehin unterbleiben müssen. Sie müssen leider neu geplant werden.

Aktuelle Meldungen

Ev. Kirchenkreis Herford: Vorbereitungen für Ostern 2020

Tipp des Tages: Tägliche WhatsApp-Nachrichten gegen Langeweile

"Beten mit Mundschutz?" Ein Videobeitrag von Superintendent Michael Krause

Hoffnungslied: "Danke, mein Gott" von Dariia Lytvishko per Video-Botschaft

Tipp des Tages: (Außer)-Haus-Konzerte an Altenheimen und Seniorenwohnanlagen

weitere Meldungen

Besondere Veranstaltungen

Sonntag, 26.04.2020 19.00 Uhr
„BACKSTAGE –Von PUR, Popstars und den Zehn Geboten“

Herford: Ev. ref. Petri Kirchengemeinde Herford

Freitag, 1.05.2020 14.00 Uhr
Motorradgottesdienst auf dem Aqua Magica Gelände - entfällt

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Löhne: Aqua Magica Park Löhne-Bad Oeynhausen Pfarrer Rolf Bürgers

Samstag, 16.05.2020 18.30 Uhr
Gottesdienst; im Anschluss Angebot des Handauflegens

Bünde: Kapelle des Lukas-Krankenhauses Pfarrer Hanno Paul

Sonntag, 17.05.2020 16.00 Uhr
„Der Mäusesheriff“ - Familientheater von Janosch

Herford: Ev. ref. Petri Kirchengemeinde Herford

Donnerstag, 21.05.2020 07.00 Uhr
Waldgottesdienst im Turlak

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Löhne: Turlak