Ankunft im Leben

von Pfarrerin Claudia Günther, Südlengern

Claudia Günther

„Wie lange dauert's noch?“ Wohl alle Eltern haben diese Frage schon von ihren Kindern gehört: bei der Fahrt in den Urlaub, beim Warten auf lieben Besuch oder bei der Vorbereitung auf Weihnachten.

In der Adventszeit, die jetzt beginnt, gibt es da ja seit einiger Zeit diese kleinen Hilfen: Kalender mit Abreißblättern, Geschichten oder Türen, hinter denen sich Schokolade verbirgt. Sie helfen, die Zeit bis zum Fest zu überbrücken und einzuschätzen.

Aber auf was warten wir da eigentlich? Was – oder wer – kommt da auf uns zu? Geschenke? Lichterglanz? Viel und gutes Essen? Oder auch: Einsamkeit? Vorbereitungs-Stress? Aufbrechen mühsam unterdrückter Spannungen in der Familie?

Viele Menschen gehen mit sehr gemischten Gefühlen auf Weihnachten zu, nicht nur in diesem Jahr. Groß ist die Sehnsucht. Und groß ist die Angst. Das Leben mit seinen Hoffnungen und Brüchen scheint sich an diesem Fest wie in einem Brennglas zu konzentrieren.

Und der, der da eigentlich gefeiert wird? Jesus, was ist mit ihm? Geht er nicht unter in all diesen menschlich-allzumenschlichen Regungen?

Nun ja, das wäre nichts Neues. Der Retter der Welt: geboren am Rande der Weltgeschichte, in ungeordneten Familienverhältnissen. Gebettet in einen Futtertrog, weil sonst kein Platz war. Und die Einzigen, die das mitbekommen, sind Nachtschicht-Arbeiter und ein paar Ausländer.

Aber genau so hat Gott das gewollt. Mitten hinein in das Leben, das nicht nur schön ist, sondern oft genug auch dunkel und erbärmlich. Mitten hinein in das Leben, wo oft genug das Dringende das Wesentliche verdrängt, und wo für das wirklich Kostbare oft so wenig Platz ist. Dahin kommt Jesus. Und genau darin will er uns nahe sein und uns da heraus retten – bis heute.

Darüber freue ich mich. Darauf freue ich mich: Gott zu suchen und zu entdecken, mitten im Leben. Dann kann jeder Tag wie Weihnachten sein.

Andachten 2017

JanuarMichael KrauseMenschliche Menschen werden
FebruarRuth WesselsBitte recht freundlich
MärzAxel BruningSchulden gestrichen
AprilDr. Kai-Uwe SpanhoferKein Weg zurück
MaiHolger KasfeldDer Sonntag - ein Geschenk des Himmels
JuniEva-Maria SchnarreDu siehst mich
JuliVolker KükenshönerAufbruch und Begeisterung
AugustHanno PaulAlte Eltern ehren
SeptemberGabriele Steinmeier„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
OktoberUta BültermannMuss man Danke sagen?
NovemberMarkus FachnerReformation braucht Mut
Dezember Claudia GüntherAnkunft im Leben