Aufbruch und Begeisterung

von Pfarrer Volker Kükenshöner, Ev.-Luth. Philippus-Kirchengemeinde Bünde

Nun kommen wieder die Tage, in denen man in der Zeitung die Fotos von Schulentlassungen sieht. Aus Kindern sind Leute geworden. Eltern und Großeltern sehen auf ihre „Großen” mit Stolz, aber auch mit einer gehörigen Portion Wehmut. Sie müssen ihre Tochter oder ihren Sohn wieder ein Stück weiter loslassen und ihr Kind ziehen lassen. Das fällt vielen Müttern und Vätern schwer. Zugleich erkennen die meisten Eltern: Es ist auch gut, wenn ich mein Kind nicht auf Dauer unter meinen Fittichen haben muss. Irgendwann ist der Aufbruch einfach dran.

Die Absolventen selbst sehen meistens mehr auf das, was nun vor ihnen liegt: die Ausbildung, das Studium, ein Praktikum oder ein Freiwilligendienst, der sie „weltwärts” führt. Sie genießen ihre Freiheit und erwarten, dass ihre Eltern sie auch gehen lassen. Wenn die Kinder wollen, dann wissen sie schon, wie sie Mutter und Vater erreichen - per Telefon, per E-Mail oder auf anderen Wegen. Kehrt das Kind dann wieder nach Hause zurück, ist die Freude über diesen Besuch auf beiden Seiten groß.

Auch Gott ist ein Vater, der seinen Kindern ganz viel Freiheit gibt. Er lässt es zu, dass wir unseren eigenen Weg gehen und uns dabei oft weit von ihm entfernen. Aber auch er freut sich, wenn wir den Kontakt zu ihm halten und uns immer wieder einmal bei ihm blicken lassen. Anders als menschliche Eltern geht er dabei unsichtbar auch an die fernsten Orte mit und ist jederzeit ansprechbar. Gott will im ständigen Wandel meines Lebens die verlässliche Konstante sein, die mir Halt gibt, ohne mich zu bevormunden.

In der Ennigloher Kreuzkirche kommen an diesem Sonntag die Konfirmandinnen und Konfirmanden von 1967 zur Goldenen Konfirmation zusammen. Nach dem Gottesdienst werden sie sich erzählen, was das Leben ihnen in den vergangenen fünf Jahrzehnten gebracht hat. Da wird es um das Familien- und um das Berufsleben gehen, um Krankheiten und Verluste, aber auch um viele Dinge, über die man sich freut: gelungene Beziehungen, Erfolge im Berufsleben, Erfahrungen auf Reisen und vieles mehr. Hoffentlich werden viele dankbar sagen: „Bis hierher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte”.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie ebenfalls erleben: Gott geht mit. Ich wünsche Ihnen, dass Sie seine Begleitung erleben, wenn bei Ihnen ein Aufbruch oder ein Umbruch dran ist. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder Gelegenheit finden, zu ihm nach Hause zu kommen.

Andachten 2017

JanuarMichael KrauseMenschliche Menschen werden
FebruarRuth WesselsBitte recht freundlich
MärzAxel BruningSchulden gestrichen
AprilDr. Kai-Uwe SpanhoferKein Weg zurück
MaiHolger KasfeldDer Sonntag - ein Geschenk des Himmels
JuniEva-Maria SchnarreDu siehst mich
JuliVolker KükenshönerAufbruch und Begeisterung
AugustHanno PaulAlte Eltern ehren
SeptemberGabriele Steinmeier„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
OktoberUta BültermannMuss man Danke sagen?
NovemberMarkus FachnerReformation braucht Mut
Dezember Claudia GüntherAnkunft im Leben