Aus Alt mach Neu

von Berthold Keunecke, Germeindepfarrer Herford-Emmaus

"Alle Jahre wieder, kommt der Frühjahrsputz ..." ­ trällere ich vor mich hin und merke dabei, dass Weihnachten und Ostern wirklich eng zusammengehören. Es ist so gut, wiederkehrendes und Bekanntes zu erleben - und das alljährliche Auferstehungsfest gehört mit all seinen Vorbereitungen im Frühjahr dazu. Dabei ist Ostern aber doch das Fest des Neuen, des Aufbruchs - und danach sehnen wir uns doch ebenfalls: Erneuerung wird heute allerorten gefordert - aber ehrlich gesagt: Die meisten hätten's im Grunde doch lieber, dass alles beim Alten bliebe.

Beides - der Wunsch nach Neuem und das Festklammern am Alten und Bekannten rührt wohl daher, dass sich die Welt scheinbar schneller dreht - aber oftmals zu schnell für uns. Die technische Entwicklung ist so rasant, dass wir nur mit hohem Aufwand hinterher kommen. Der Konkurrenzdruck in der Wirtschaft fordert ein immer schnelleres Handeln - und das färbt auf unser Zusammenleben ab. Der Druck steigt. Die harten Worte vermehren sich. Egoismus und Arroganz machen uns zu schaffen. Ich möchte mithalten, ich möchte beim Fortschritt mitkommen, anstatt abgehängt zu werden. Dabei hängt mir die Zunge aus dem Hals. Ich sehne mich nach Ruhe, möchte mich gern fallen lassen in tragfähige Beziehungen, will ausruhen und loslassen.

Ostern und in der Osterzeit feiern wir das Fest der Auferstehung, des neuen Lebens - die Zusage Gottes, dass das Ewige Leben in uns ist. Zu Ostern bricht die Zeitlosigkeit in unsere rasende Welt hinein, schenkt uns eine Zeit, in der wir Neues wagen können. Gönnen wir uns dieses Neue: Die Ruhe eines Lächelns, die Wärme eines guten Wortes, das Staunen über eine aufbrechende Knospe, die Entspannung bei den Worten eines alten Gebetes. Jetzt ist hoffentlich mal die Zeit dazu da.

Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Monatsspruch April aus Joh. 20.21) - Der Auferstandene schickt uns, aus alten Traditionen heraus der Welt und uns selbst neuen Frieden zu schenken.

Mit österlichen Grüßen - Ihr Berthold Keunecke

Andachten 2018

JanuarMichael KrauseWasser ist Leben
FebruarHolger KasfeldEs ist das Wort ganz nahe bei dir ...
MärzKatja Okun-WilmerMut tut gut!
AprilBerthold KeuneckeAus Alt mach Neu
MaiHanno PaulEinfach leben
JuniEva-Maria SchnarreVergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!
JuliMarkus FachnerVergessen und erinnern

Andachten 2017

JanuarMichael KrauseMenschliche Menschen werden
FebruarRuth WesselsBitte recht freundlich
MärzAxel BruningSchulden gestrichen
AprilDr. Kai-Uwe SpanhoferKein Weg zurück
MaiHolger KasfeldDer Sonntag - ein Geschenk des Himmels
JuniEva-Maria SchnarreDu siehst mich
JuliVolker KükenshönerAufbruch und Begeisterung
AugustHanno PaulAlte Eltern ehren
SeptemberGabriele Steinmeier„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
OktoberUta BültermannMuss man Danke sagen?
NovemberMarkus FachnerReformation braucht Mut
Dezember Claudia GüntherAnkunft im Leben