Unerhört

von Sebastian Stussig, Vikar in der Philippus-Gemeinde Bünde

Unerhört sein! Das ist ein nagendes Gefühl – Frust pur. Hört überhaupt jemand meine Geschichte? Wer hört meine Ängste und Sorgen? Manchmal muss der Stau im Innern heraus, laut ausgesprochen und etwas erwidert werden. „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten“, heißt es in Psalm 50,15. Demnach führt der Weg zur Rettung über das Gebet. Darüber hinaus verläuft er aber auch über andere Stationen und nicht für alle gleich.

Unerhört! Mit diesem Slogan wirbt im Moment die Diakonie Deutschland. Sie macht damit auf viele Gruppen aufmerksam, die in unserer Gesellschaft wenig gehört werden: Flüchtlinge, Obdachlose, Alltagshelden, Arme und viele weitere. Sie haben oft keine selbstverständliche Lobby. Im Monatsspruch für Juli heißt es: 

„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ (Jak 1,19)

Zuerst zuhören! Das ist auch die Antwort der Diakonie Deutschland. Ein erster, gemeinsamer Schritt – nicht mehr, nicht weniger. Es ist nicht die ultimative Lösung, aber Gefühle und Sorgen werden erhört. Ein menschliches, ein irdisches Abbild der göttlichen Zuwendung. Wie wir die Nachricht der Rettung durch Gott verbreiten, so dann auch die Anliegen der Unerhörten.

Zuerst zuhören! Später reden! Was passiert, wenn ich dieses Prinzip nicht nur von anderen einfordere? Was passiert, wenn ich es anbiete? „Was bewegt dich im Moment?“ Es tut gut, diesen Satz zu hören; diesen Satz zu sagen, kostet durchaus Überwindung. Der letzte Teil des Monatsspruches bringt dazu noch eine spannende Perspektive ein: „Langsam zum Zorn.“ Dem kann ich aus dem Weg gehen, indem ich die Leute meide, die mich dazu reizen, und höre, was mir selbst passt. Der Preis ist eine Filterblase, die mich nicht herausfordert und damit auch auf Dauer nicht weiterbringt: politisch, theologisch, spirituell, sozial, persönlich.

Nehmen Sie sich in den nächsten Wochen und Monaten die Zeit dafür! Wem bieten Sie Ihre Zeit und Ihr Gehör an – und wem (bisher) nicht? In Ihrem Umfeld finden sich garantiert Menschen, die sich über Ihre Unterstützung freuen werden und die sie damit überraschen. „Was bewegt dich im Moment?“ Es tut gut, diesen Satz zu hören.

Andachten 2019

JanuarMichael Krause

Suche Frieden und jage ihm nach!

FebruarVolker KükenshönerSchraube locker
MärzMatthias GleibeDie große Hoffnung
AprilMichael HeßMeine alte Bibel
MaiKai-Uwe SpanhoferMal ehrlich
JuniKatja Okun-WilmerWas für ein Vertrauen!
JuliSebastian StussigUnerhört
AugustRainer WilmerBraucht die Nächste ein Gesicht?
SeptemberHolger KasfeldVertrauen hat eine eigene Qualität
OktoberBettina FachnerBrot ist Leben
NovemberPetra OttensmeyerDie Blätter fallen

Andachten 2018

JanuarMichael KrauseWasser ist Leben
FebruarHolger KasfeldEs ist das Wort ganz nahe bei dir ...
MärzKatja Okun-WilmerMut tut gut!
AprilBerthold KeuneckeAus Alt mach Neu
MaiHanno PaulEinfach leben
JuniEva-Maria SchnarreVergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!
JuliMarkus FachnerVergessen und erinnern
AugustAnnette BeerSalz und Licht
SeptemberJohannes BaumannMeine Seele ist stille
OktoberJohannes BeerGeheime Wünsche
NovemberPetra HenningLebe deinen Traum!
DezemberBärbel WesterholzUnd wieder wird es Advent

Andachten 2017

JanuarMichael KrauseMenschliche Menschen werden
FebruarRuth WesselsBitte recht freundlich
MärzAxel BruningSchulden gestrichen
AprilDr. Kai-Uwe SpanhoferKein Weg zurück
MaiHolger KasfeldDer Sonntag - ein Geschenk des Himmels
JuniEva-Maria SchnarreDu siehst mich
JuliVolker KükenshönerAufbruch und Begeisterung
AugustHanno PaulAlte Eltern ehren
SeptemberGabriele Steinmeier„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
OktoberUta BültermannMuss man Danke sagen?
NovemberMarkus FachnerReformation braucht Mut
Dezember Claudia GüntherAnkunft im Leben