Derek Redmond

von Christoph Harder, Gemeindepfarrer in Spradow

Am 24. Juli wären die olympischen Spiele in Tokio eröffnet worden. Leider hat Covid 19 auch dieses Ereignis verhindert. Daher erzähle ich Ihnen heute meine olympische Lieblingsgeschichte:

Olympia 1992 in Barcelona. Einer der großen Favoriten über die 400m Hürden ist der Brite Derek Redmond. Nachdem er vier Jahre zuvor verletzt war, will er es nun in Barcelona wissen. Er ist topfit und in Höchstform. Nie hat er mehr trainiert als vor diesem Sportereignis. Halbfinale - der Startschuss erfolgt,  die Füße fliegen über die rote Bahn. Derek Redmond kommt gut ins Rennen. Aber dann nach ungefähr 150 Metern geht nichts mehr. Ein Muskelfaserriss und der Brite hockt wie ein Häufchen Elend auf der Bahn. Normalerweise kommen jetzt die Sanitäter und führen den Verletzten weg, aber an diesem Tag ist alles anders.

Nach ungefähr 20 Sekunden erhebt sich Derek Redmond mühsam vom Boden und beginnt seinen Lauf fortzusetzen. Eigentlich ist es kein Lauf mehr sondern eher ein Humpeln und Hinken. Unendlich mühsam und schmerzvoll, sein Gesicht ist von Tränen überströmt.

Das Publikum merkt schnell, was hier passiert und feuert den Athleten an. Niemand nimmt mehr Notiz von den Siegern, alle sind gespannt, ob Redmond ins Ziel kommt. Ordner versuchen ihn aufzuhalten aber er kämpft weiter. Will etwas beweisen. Sich selber, den 65000 im Stadion und Millionen Zuschauern vor dem Fernseher.

Doch irgendwann ist der Schmerz zu groß und Derek Redmond kommt ins Stocken. Da springt plötzlich ein älterer Herr über die Bande des Stadions und rennt auf Redmond zu. Ordner versuchen ihn einzufangen – vergeblich, er schafft es bis zu dem Verletzten.

Der erkennt ihn sofort: es ist sein Trainer und gleichzeitig sein Vater. Jetzt legt er den Arm um seinen Sohn und Derek Redmond lehnt sich an. Gemeinsam beenden sie diesen Lauf unter dem tosenden Beifall der Zuschauer.

Derek Redmond beendet diesen Lauf mit der Kraft seines Vaters, der ihn stützt. Ein geniales Bild, wie der Vater mit seinem Sohn umgeht. Keine Vorwürfe sondern Hilfe.

Auch unsere Kraft ist begrenzt, hohe Ziele kann man manchmal nicht erreichen, oft genug versagen wir. Aber wir haben einen himmlischen Vater, der im Versagen seinen Arm um uns legt. „Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig”, so heißt ein Bibelwort, das ich sehr liebe.

Ich wünsch ihnen allen, dass sie in ihren persönlichen Niederlagen Gottes Vaterliebe erfahren.  

Andachten 2020

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„Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ 

FebruarHanno PaulGottesbilder
MärzAnn-Kristin Schneider„Wachet!”
AprilChristian WellensiekVertrauen trainieren in der Krise
MaiAxel BruningSorget, aber sorget nicht zuviel !
JuniBettina FachnerPfingsten – Gott gibt seinen Geist
JuliAnna-Lena Strakeljahn Stabile Verbindung
AugustChristoph HarderDerek Redmond
SeptemberAnnina LigniezDie Schönheit des Nichtperfekten
OktoberKatja Okun-Wilmer„Einigkeit und Recht und Freiheit“
NovemberReinhard LinkeDie zunehmenden Coronazahlen versetzen viele Menschen in Sorge und Ängste.

Andachten 2019

JanuarMichael Krause

Suche Frieden und jage ihm nach!

FebruarVolker KükenshönerSchraube locker
MärzMatthias GleibeDie große Hoffnung
AprilMichael HeßMeine alte Bibel
MaiKai-Uwe SpanhoferMal ehrlich
JuniKatja Okun-WilmerWas für ein Vertrauen!
JuliSebastian StussigUnerhört
AugustRainer WilmerBraucht die Nächste ein Gesicht?
SeptemberHolger KasfeldVertrauen hat eine eigene Qualität
OktoberBettina FachnerBrot ist Leben
NovemberPetra Ottensmeyer

Die Blätter fallen

DezemberMichael HeßWo ist der Ochse?