Pfingsten – Gott gibt seinen Geist

von Bettina Fachner, Pfarrerin der Philippus-Gemeinde Bünde

Beeindruckend, was damals zu Pfingsten in Jerusalem geschieht: Unauffällige, zurückgezogen lebende Männer zeigen mit einem Mal ein ganz unerwartetes Verhalten. Eben noch mutlos und um ihre eigene Haut besorgt treten sie nun unerschrocken öffentlich auf. Begeistert bezeugen sie Gottes große Taten in der Geschichte. Vor vielen Leuten reden sie munter und mutig von Jesus Christus, dass durch seine Auferstehung Hoffnung über dieses begrenzte irdische Leben hinaus besteht.

Und das Besondere: Menschen ganz verschiedener Herkunft und Kulturen fühlen sich durch diese Worte gleichzeitig angesprochen. Doch zunächst können sie dieses ungewöhnliche Hör- und Sprachenwunder für sich nicht einsortieren. Irritiert fragen sie nach seiner Bedeutung.

Was hat sich da ereignet beim ersten Pfingstfest in Jerusalem?

Wie Jesus seinen Jüngern vor seiner Himmelfahrt verheißen hat, erfüllt Gott sie nun mit seinem Heiligen Geist. Eine himmlische Kraft, die auf Erden wirksam ist. Sie verwandelt das Leben und Verhalten der Jünger und aller Glaubenden tiefgreifend mit Mut und Zuversicht, Liebe und Freude, Friede und Trost.

Die Jünger erleben sich übervoll von diesem Geist, der kraftvoll durch sie von Gottes Heil spricht. So lassen sich an diesem Tag 3000 Menschen taufen. Mit dieser neuen Gemeinschaft ist die Kirche geboren. Nicht aufgrund eines menschlichen Entschlusses oder Sympathiegedankens, sondern durch Gottes Geist initiiert.

Bis heute lebt die Kirche davon, dass dieser Geist sie bewegt. Er weht, wo und wann er will. Unsichtbar und doch erfahrbar. Was wir tun können, ist nur eins, darum beten. Ausgerichtet auf Jesus ermöglicht der Heilige Geist als Menschenfreund Verständigung untereinander. Er verbindet und trennt nicht. Er öffnet die Augen für Unrecht und den Mund für Wahrheit. Er schenkt Kraft zur gelebten Nächstenliebe und Zivilcourage.

Wie einst, so wirkt Gottes Geist bis heute. Auch uns mutet Gott Herausforderungen zu. Vielleicht will uns sein Geist in ängstlicher Unsicherheit aufrütteln, um ihm neu zu vertrauen. Oder er ermutigt uns, eine Krise auszuhalten. Oder er hilft uns, eine Krankheit durchzustehen. In schwerem Leid kann er uns trösten. Oder er flüstert uns weise Worte zu, wenn es uns die Sprache verschlägt.

Gottes Geist öffnet uns die Augen für Dinge, die angegangen oder in Ordnung gebracht werden sollten… Auf jeden Fall kann und will der Heilige Geist nichts anderes, als uns in unserem Leben so gut es geht zu unterstützen. Durch ihn ist Gott uns bleibend nahe und lässt uns nie im Stich – auch in der Corona-Krise nicht.

Was für ein Geschenk! In diesem Sinn frohe Pfingsten!

 

 

Andachten 2020

JanuarMichael Krause

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ 

FebruarHanno PaulGottesbilder
MärzAnn-Kristin Schneider„Wachet!”
AprilChristian WellensiekVertrauen trainieren in der Krise
MaiAxel BruningSorget, aber sorget nicht zuviel !
JuniBettina FachnerPfingsten – Gott gibt seinen Geist
JuliAnna-Lena Strakeljahn Stabile Verbindung
AugustChristoph HarderDerek Redmond
SeptemberAnnina LigniezDie Schönheit des Nichtperfekten
OktoberKatja Okun-Wilmer„Einigkeit und Recht und Freiheit“
NovemberReinhard LinkeDie zunehmenden Coronazahlen versetzen viele Menschen in Sorge und Ängste.

Andachten 2019

JanuarMichael Krause

Suche Frieden und jage ihm nach!

FebruarVolker KükenshönerSchraube locker
MärzMatthias GleibeDie große Hoffnung
AprilMichael HeßMeine alte Bibel
MaiKai-Uwe SpanhoferMal ehrlich
JuniKatja Okun-WilmerWas für ein Vertrauen!
JuliSebastian StussigUnerhört
AugustRainer WilmerBraucht die Nächste ein Gesicht?
SeptemberHolger KasfeldVertrauen hat eine eigene Qualität
OktoberBettina FachnerBrot ist Leben
NovemberPetra Ottensmeyer

Die Blätter fallen

DezemberMichael HeßWo ist der Ochse?