Kreis Herford: Kerzenleuchten für „Sternenkinder“ am zweiten Advent

Erstellt am 03.12.2018

Sonntag, 9. Dezember, um 15.30 Uhr in der Kapelle des Erika-Friedhofes

Foto: Die evangelische Pfarrerin Eva-Maria Schnarre gemeinsam mit dem katholischen Gemeindereferenten und Krankenhausseelsorger Holger Schirk auf dem Erika-Friedhof in Herford, wo der Gedenkgottesdienst sein wird

 

Herford (03.12.2018). Seit 2009 werden jedes Jahr durchschnittlich mehr als 30 „Sternenkinder“ auf dem Erika-Friedhof bestattet. Die meisten stammen aus dem Kreis Herford. Am zweiten Adventssonntag, 9. Dezember, beginnt um 15.30 Uhr in der Friedhofskapelle an der Vlothoer Straße ein öffentlicher Gedenkgottesdienst, zu dem gemeinsam die katholischen Kirchengemeinden im pastoralen Raum Wittekindsland und der Evangelische Kirchenkreis Herford einladen.

Manche Mädchen und Jungen sterben auf dem Weg ins Leben, bei der Geburt oder kurz danach. Liebevoll werden sie als „Sternenkinder“ bezeichnet. „Wir laden zu einem Gedenkgottesdienst ein. Jetzt in der Adventszeit erleben Eltern mit ihren Kindern schöne Stunden, aber es gibt auch Menschen, die über verstorbene Kinder trauen. Und für sie kann das jetzt eine besonders schwere Zeit sein“, sagt Holger Schirk, katholischer Gemeindereferent und Krankenhausseelsorger.

Traditionell ist am zweiten Advent für alle verstorbenen Kinder ein weltweites Kerzenleuchten. Die Initiatoren und Unterstützer des „Worldwide Candle Lighting“ laden Angehörige in der ganzen Welt ein, an diesem Tag ihrer verstorbenen Kinder, Enkel und Geschwister besonders zu gedenken.

In der Kapelle des Erika-Friedhofs Herford gibt es diese Tradition auch. Hier geschieht das besonders für die Kinder, die schon vor dem Leben wieder losgelassen werden mussten. Somit beispielsweise für die „Sternenkinder“, die im vergangenen Jahr auf dem Grabfeld „Morgenröte“ bei gemeinsamen Beisetzungen von verstorbenen Kindern aus dem Klinikum Herford und dem Mathildenhospital bestattet wurden. Sie stammen unter anderem von Familien aus Herford, Bünde, Enger, Hiddenhausen und Rödinghausen. Ebenso wichtig ist diese Gedenkfeier aber auch für Familien, deren Kinder dort individuell beigesetzt wurden. Einzelgrabstätten für „Sternenkinder“ gibt es darüber hinaus in Spenge und Kirchlengern.

„Wir bringen Menschen zusammen, die das gleiche Schicksal erleiden und sich über das Gemeinsame trösten. Manche kommen immer wieder, auch wenn deren Verlusterfahrungen schon länger zurückliegen“, sagt die evangelische Pfarrerin Eva-Maria Schnarre. Zu dem Gedenkgottesdienst sind in den vergangenen Jahren auch Menschen gekommen, deren Angehörige nicht auf dem Erika-Friedhof bestattet wurden. Beispielsweise Familien, deren Abschied von den Kindern schon in Zeiten zurückreicht, als es solche spezielle Trauerorte und Gelegenheiten zum Gedenken noch nicht gab. Pfarrerin Schnarre berichtet von einer etwa 90-Jährigen, deren Kind während der Flucht starb und von einem 80-Jährigern, der - damals selbst ein Kind - Mutter und Bruder verlor.

„Ausdrücklich sind alle Menschen unabhängig von ihrem Glauben und ihrer Religion willkommen“, betont Holger Schirk. Zu der Gedenkfeier in der Kapelle des Erika-Friedhofes muss sich niemand anmelden, sondern man kann einfach vorbeikommen. Schnarre: „Wir beginnen in der Kapelle und gehen dann zur Grabstätte, wo wir brennende Gedenklichter an die Gräber stellen, das dann auch ein gedenkendes ´Weihnachtslicht´ ist.“

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