"Über Unrecht und Gewalt nicht schweigen"

Erstellt am 16.10.2018

Frauengottesdienst in der Christuskirche in Herford

Herford (16.10.2018). „Ich will mich nicht gewöhnen an Unrecht und Gewalt“ war der Gottesdienst überschrieben, der am vergangenen Sonntag in der Christuskirche in Herford stattfand. Pfarrerin Eva-Maria Schnarre vom Frauenreferat und Frauen der Ev. Emmaus-Kirchengemeinde hatte mit Frauen aus dem Ausschuss für Frauenarbeit und dem Vorstand der Frauen im Bezirksverband der Frauenhilfe diesen Gottesdienst gestaltet.

Im Mittelpunkt stand einerseits eine Klage über Gewalterfahrungen in dieser Welt, die immer wieder spüren lässt, dass das „Reich Gottes“ in ihr durch Christus zwar angebrochen ist, aber noch alles andere als „erfüllt“ ist. Andererseits als aktuelles Beispiel die Frage der Gewalt gegen Frauen, wie sie gerade erst durch die Verleihung des Friedensnobelpreises verstärkt ins Gespräch kam.

In der Predigt ging des um die Frau Batseba, die von König David in seinen Palast geholt wurde. Begingen beide Ehebruch - oder musste sie sich der Macht des Herrschenden unterwerfen und wurde vergewaltigt? Hat sie den König „gelockt“, um etwas bei ihm zu erreichen, oder wurde sie missbraucht und hatte sie später – nach der Ermordung ihres Ehemannes Uria – den Mut, nicht nur Opfer sein zu wollen, sondern ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen? Viele Fragen, für die viele oft  ihre, oft diese Frau anklagenden, Antworten fanden – ohne klaren Anhalt am Bibeltext!

„Batseba – bist du denn nicht irgendwie auch selbst schuld?“, machte Pfarrerin Schnarre die Anfrage an eine Frau deutlich, von der im Text zunächst nur zu lesen ist, dass sie „badete“ und „sehr schön war“. Und  verknüpfte dieses Ergebnis mit den Anfragen und eigenen und fremden Schuldzuweisungen, denen Opfer von sexueller Gewalt leider auch heute oft noch ausgesetzt sind. Ein schweres Thema für einen Gottesdienst an einem sonnigen Herbsttag – aber eines, das mitten ins kirchliche Leben gehört, weil es mitten ins Leben gehört. Denis Mukwege und Nadia Murad, FriedensnobelpreisträgerInnen diesen Jahres, weil sie sich einsetzen um Frauen zu unterstützen, die im Krieg vergewaltigt wurden und werden, waren dabei aktueller Anknüpfungspunkt, um dieses Thema genau jetzt aufzunehmen. Helfen, wo es nötig und möglich ist – und vor allem über Unrecht und Gewalt nicht schweigen war eine klare Botschaft für „Kirche“ in einer Welt, die eben solche schlimmen Gewalterfahrungen kennt und von ihrer „ganz anderen“ Botschaft gerade darum laut reden und sich zum Handeln herausgefordert sehen sollte.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es beim „Kirchkaffee“ einiges an Gesprächsbedarf und einen guten und lebhaften Austausch über Grenzen und Möglichkeiten präventiv oder aktiv betroffene Frauen, Männer und Kinder zu begleiten.

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