Multimediales Bewegungstheater „OWLeidenschaftlich“ ist am 1. September in der Stiftskirche Enger

Erstellt am 18.07.2018

Theaterpremiere: Zweitägiges Geschichtsfest in Zusammenarbeit mit dem Ev. Kirchenkreis Herford

Foto: Bei der der Probe vor der Stiftskirche. Von links: Holger Grabbe, Gerd Heining, Christian Rothschild, Manfred Heggemann, Choreografin Christine Grunert, Regisseur Gunther Möllmann, Ulrike Haemisch, Luisa Gärtner, Wera Kiesewalter, Gudula Heining und Ingrid Rothschild


Enger (18.07.2018). Was sind die Ostwestfalen für Typen? Ein Theaterprojekt mit Laiendarstellern hat sich in den vergangenen Wochen auf die Suche gemacht. Das Ergebnis wird beim Kreisgeschichtsfest am Samstag, 1. September, ab 20.30 Uhr in der Stiftskirche uraufgeführt.

Elf Frauen und vier Männer im Alter von 19 bis 82 Jahre machen bei dem Projekt mit. Sie kommen aus Enger und Umgebung und einige sogar aus anderen Ländern. Manche Laiendarsteller stehen das erste Mal auf der Bühne. Professionelle Unterstützung erhalten sie vom Regisseur Gunther Möllmann und der Choreografin Christine Grunert.

„Unser Thema ist die Leidenschaft, die wir mit Beispielen aus der Geschichte von Enger darstellen“, erklärt Christine Grunert. Die Gruppe hat theatralische Szenen entwickelt, überlieferte Schriftquellen ausgewertet und teilweise neue Texte geschrieben sowie Tänze und Tanz-Kompositionen einstudiert. Auch das Preußenmuseum aus Minden trug dazu bei, das Preußische im Westfalen freizulegen.

Die Zuschauer werden unter anderem „leidenschaftliche“ Dialoge hören, die Brautwerbung von Heinrich I. um Mathilde im Jahr 909 nach Christi nachempfinden sowie in die Zeit der Kleinbahnen zurückversetzt. Natürlich fehlt auch nicht der szenische Ausflug in das berühmt-berüchtigte Forum Enger, das nicht nur musikalische Akzente setzte, sondern auch ein Ort des Tanzes war. Außerdem wird die Stiftskirche zur Bühne eines Tangos.

Doch es geht auch ruhiger und besinnlicher, aber dafür genauso leidenschaftlich: So werden die Zuschauer beispielsweise Zeugen von atmosphärischen Schweigens sowie eines tänzerischen Dialoges zwischen pietistischen Glaubensgruppen. Der Pietismus war eine Reformbewegung im Protestantismus vom 17. bis ins 20. Jahrhundert, der sowohl moderne, frühaufklärerische wie auch konservative, radikale Formen besaß.

„Während des Theaterstückes kommen mehrere multimediale Präsentationen zum Einsatz“, kündigt Gunther Möllmann an. Beispielsweise werden auf einer sehr großen Gaze, einem halbdurchsichtigen Gewebe, großformatige Bilder projiziert.

Das Theaterprojekt ist Teil der Vorbereitungen zum Kreisgeschichtsfest und wurde eigens dafür konzipiert. Veranstalter des zweitägigen Mitmachfestes am ersten Septemberwochenende in der Innerstadt von Enger ist der Kreisheimatverein in Zusammenarbeit mit der Stadt Enger und dem Evangelischen Kirchenkreis. Es gibt mehr als 200 Aktionen, Vorführungen und Ausstellungen für Groß und Klein. Erwartet werden insgesamt mehrere tausend Besucher.

Das Stück feiert in Enger Premiere und wird am Tag des Offenen Denkmals am 9. September auf Schloss Benkhausen in Espelkamp in Teilen ein zweites und letztes Mal aufgeführt.

Weitere Infos: www.kreisheimatverein.de

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