Herford (01.07.2019). "In Vielfalt leben" titelte die UK im Vorfeld des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dortmund. Und in solcher Vielfalt war auch unser Kirchenkreis auf dem Kirchentag unterwegs.

Bereits beim "Abend der Begegnung" am Mittwoch, 19.6.2019, vertraten einige Kirchengemeinden, Institutionen und synodale Dienste den Kirchenkreis Herford, der gemeinsam mit Minden-Lübbecke und Vlotho seinen Standort am Ostwall zugewiesen bekommen hatte. Es gab vielfältige Verpflegungs- und Aktionsstände.

Beim Essen konnte man zwischen Bratkartoffeln mit oder ohne Spiegeleiern (Frauenarbeit im Kirchenkreis), vier Sorten Salaten (Ev. Emmaus-Kirchengemeinde Herford und Versöhnungsbund), Schmalzbroten – auch vegetarisch (Ev. Kirchengemeinde Herringhausen), Blinis und Hot Dogs (Jugendworkcamp Belarus) und Topfkuchen (Diakonisches Werk Herford) wählen. Die Kirchenmusik stellte die „Orgelkids“ vor und war immer wieder mit Bläsermusik zu hören. Die Ev. Erwachsenenbildung hatte mit seinem Glücksrad auch das Thema „Glück“  ins Visier genommen. Das Johannes-Falk-Haus war mit seiner Schülerinnen und Schülern aus der Werkklasse Holz vertreten – und verkaufte unter anderem selbstgefertigte Kreuze zum Aufstellen. Die Frauenarbeit hatte außerdem die „Waschweiber“ der Elisabeth von der Pfalz mit dabei und stellte diese besonders Herforder Frau mit Roll-ups und einem Quiz vor.

Viele der dort Mitwirkenden waren bereits am Tag zuvor, viele Stunden aktiv, denn natürlich musste  schon ein Teil des Essens vorbereitet werden. Außerdem wurden Tische, Stühle, Zelte, Bratpfannen – herangefahren und in die zwei kleinen LKW und den Kühlanhänger verladen, die alle Herforder Standbetreiber*innen gemeinsam dann am Mittwochmorgen auf den Weg schickten.

Eine ganze Reihe derer, die dann am Abend mitwirkten, mussten am Mittwoch schon in den Morgenstunden aufbrechen, weil ab 12 Uhr auf den Straßen Dortmunds aufgebaut werden und nach 15 Uhr alle Autos das Gebiet wieder verlassen haben sollten.

So dauerte die Zeit, die einige der ganz Unermüdlichen auf dem Weg waren, aufbauten, warteten, den Abend der Begegnung begleiteten und dann nach dem Abbau wieder nach Hause aufbrachen, bis zu 15-18 Stunden. Manche waren erst wieder um 4 Uhr morgens zu Hause. Aber auch die, die sich mit dem Bus um 12.30 Uhr ab Bahnhof Herford auf den Weg machten, um zu helfen, waren dann unermüdlich fleißig.

Ein kleiner Wermutstropfen: Der „Ostwall“ lag nicht unbedingt auf der Hauptmeile des Geschehens beim Begegnungsabend, weil viele auf anderen Wegen Richtung Innenstadt drängten. Es waren deutlich mehr Essensportionen vom Kirchentags-Team „bestellt“ worden, als dann benötigt wurden. Außerdem gab es ab 20.30 Uhr eine Unwetterwarnung mit der Bitte an die Menschen auf dem Kirchentag, „sichere Orte“ aufzusuchen, so dass der Verzehr der Speisen fast abrupt abbrach, da viele sich schnell auf den Weg in ihre Quartiere oder nach Hause machten.

Trotzdem: Alle waren mehr als zufrieden, dass sie wieder gut und heil nach dem Abbau nach Hause kamen. Alle dankten Gott von ganzem Herzen, dass das Unwetter dann Dortmund nur streifte und Sturmböen weder Stände wegwehten oder Menschen verletzt wurden, noch ein Blitzeinschlag für großen Schaden sorgte.

Alle wurden bewahrt und konnten am nächsten Tag schon wieder das Positive des Abends sehen: Es war zu vielen guten Begegnungen und Gesprächen gekommen und der Funke des Kirchentages von lebendig-fröhlichem Glauben und gelebter Gemeinschaft war übergesprungen.

Kleiner „Nebeneffekt“: Viele der Lebensmittel, die nicht verbraucht oder noch vor Ort verschenkt werden konnten, wurden Einrichtungen und Kirchengemeinden im Kreis angeboten und dort wurden dann Bockwürstchen, Bratkartoffeln, Eier, usw. abgenommen. Auch die Synode am Freitagabend darf sich so auf einen besonderen „Kirchentags-Abendimbiss“ freuen und so zeigte sich hier noch einmal vor Ort eine tolle Solidarität unter denen, die gegen eine Wegwerfgesellschaft sind und einander halfen, die Reste zu verbrauchen.

Den ganzen Kirchentag – also von Mittwoch 19.6. bis zum Sonntag, 23.6.2019 - verbrachte eine Gruppe von ca. 100 Dauerteilnehmer*innen, begleitet durch das Amt für Jugendarbeit, dann in Dortmund. Viele waren gemeinsam in einer Schule untergebracht und einige in Privatquartieren bei freundlichen Gastgeber*innen.

Das „AfJ“ hatte auch Großspielgeräte in den „Zentren Kinder und Jugend“ aufgebaut und begleitete sie. Musikalisch beteiligte sich das Kindermusical-Projekt „Hits for Kids“ am Programm des Kirchentages.

Einzelne Pfarrer waren in Gottesdienste und Aktionen eingebunden – z.B. Pfarrer Carsten Fiefstück aus Dünne in einen „Clown“-Gottesdienst am Freitag, Pfarrer Berthold Keunecke aus Herford-Emmaus an der Organisation der „Menschenkette für den Frieden“ am Samstag.

Eine Gruppe aus Herringhausen und vom Diakonischen Werk begleitete einen der Abendmahlstische beim Abschlussgottesdienst. Sie waren an der Seebühne neben dem Westfalenstadion eingesetzt, wo am Sonntag, dem Abschlusstag  – neben den ca. 35.000 Gottesdienstteilnehmer*innen – noch einmal 5000 Menschen einen besonders familienfreundlichen Gottesdienst miteinander feierten.

Neben den dauernd vor Ort Tätigen, gab es auch eine Reihe von Tagesfahrten  - von Kirchengemeinden organisierte und begleitete Fahrten nach Dortmund. So waren jeweils einen Tag einige Konfirmand*innen-Gruppen dort, genossen erste Kontakte mit dem „Kirchentags-Gefühl“ und setzten sich auseinander mit Inhalten wie „Digitalisierung und Glaube“, dem „Klimawandel“ oder erlebten musikalische Programme mit – wie das dort am Freitagvormittag noch einmal aufgeführten Oratorische Singspiel „Elisabeth von der Pfalz“ (auch vom Kirchenkreis mit angemeldet und getragen) oder das Musical über „Martin Luther King“.

Kirchengemeinden hatten im Vorfeld Karten eingekauft, mit denen man für 15,-€ ebenfalls mit den Zug nach Dortmund gelangen konnte, und im Preis inbegriffen war auch der Eintritt zum Kirchentagsgelände.

Mit diesen Karten waren eine Reihe Gemeindeglieder aus der Region Herford an einem der Tage individuell dann in Dortmund unterwegs.

Aber auch ganze Gemeindegruppen gemeinsam genossen Gemeindefahrten und damit die Möglichkeit  die besondere Atmosphäre eines Kirchentages einmal kennen zu lernen. Zwischen Bibelarbeiten, Podiumsdiskussionen, offenem Singen, den Möglichkeiten die viele Aktionen und Stände in der Stadt und auf dem Messegelände zu erkunden, Konzerten und Gottesdiensten/Feierabendmahlen gab es eine Vielfalt an Entdeckungsmöglichkeiten, die auch diese Gruppen mit Freude nutzten.

Der Eindruck entstand, dass –auch wenn von der Fülle und dem vielen Stehen in U-Bahnen und Zügen viele bei ihrer Rückkehr dann etwas „geschafft“ waren – alle es nicht bereuten, „Kirchentag“ wieder oder zum ersten mal „live“ erlebt und gespürt zu haben. Da wurde oft gesungen statt gemotzt, freundlich gelacht statt sich beschwert, Rücksicht genommen auf die, die nicht so schnell konnten,…. Alleine das – wie es auch die Polizei NRW zuletzt ausdrücklich lobte – war es wert, einmal die „Komfortzone“ der eigenen bekannten Gemeinde und eigenen „vier Wände“ zu verlassen und sich auf Neues einzulassen.

Gott sei Dank für so vielfältige Eindrücke, Gemeinschaftserlebnisse, Glaubens- und Denkanstöße, …!! Die Mitwirkung war für viele wohl einmalig, denn der DEKT wird wohl so schnell nicht wieder in Westfalen Halt machen.

Es war toll – trotz mancher Anstrengung – einmal Teil dieses besonderen Christ*innen-Treffens gewesen zu sein. Hinfahren kann man 2021 wieder – zum 3. „Ökumenischen Kirchentag“ nach Frankfurt/Main. Schon einmal vormerken!

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Kirchlengern: Gemeindehaus Hagedorn Stefanie Schöneberg, Gemeindebüro

Samstag, 7.09.2019 18.30 Uhr
Gottesdienst; im Anschluss Angebot des Handauflegens

Bünde: Kapelle des Lukas-Krankenhauses Pfarrer Hanno Paul

Freitag, 15.11.2019 17.00 Uhr
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