Ehrenamtliche in der Pflege ergänzen die Arbeit der Hauptamtlichen mit zwischenmenschlicher Betreuung

Erstellt am 15.05.2019

Mehr Raum und Zeit für den Einzelnen

Foto: Wie eine große Familie: Elke Lutz (v.l.), Susanne Mesterheide, Bianca Snelting, Waltraud Weigt und Elisabeth Wewel arbeiten Hand in Hand zusammen, um das Leben für die Menschen in der stationären und mobilen Pflege mit Gesprächen und gemeinsamen Aktivitäten lebenswert zu machen

 

Herford (16.05.2019). Neben den hauptamtlichen Pflegerinnen und Pflegern arbeiten auch viele Ehrenamtliche in den ambulanten und stationären Einrichtungen im Kreis Herford. Ohne sie wäre vieles nicht machbar.

„Die Pflegekassen und die Sozialämter decken nur das ab, was absolut notwendig ist“, sagt Michael Stroop von der Evangelischen Diakoniestiftung Herford Und das betrifft nur die körperliche Pflege, neben der kaum noch Zeit für die zwischenmenschlichen Kontakte bleibt. Hier kommen die Ehrenamtlichen ins Spiel, die mit ihrem Einsatz die Arbeit der Hauptamtlichen ergänzen. „Sie sind für die Menschen da und machen deren Leben lebenswert“, sagt Stroop. Sie lesen den alten Menschen vor, unterhalten sich mit ihnen, gehen mit ihnen spazieren oder beteiligen sich an der Organisation von Veranstaltungen.

Eine von ihnen ist Waltraud Weigt, die schon seit 15 Jahren ehrenamtlich im Wichernhaus arbeitet. Doch was ist es, das sie schon so lange Zeit motiviert, sich unentgeltlich um die pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren zu kümmern? „Es ist toll, wenn die Senioren sich freuen, dass man da ist und Zeit mit ihnen verbringt“, sagt sie. Für sie sind die Menschen im Wichernhaus schon zu einer Art Familie geworden.

Diese Freude erfährt auch Elke Lutz, die nach ihrer hauptamtlichen Tätigkeit in der stationären Altenpflege im Ruhestand ehrenamtlich in der ambulanten Pflege arbeitet. Nach der Arbeit als Pflegerin, bei der sie immer mit Blick auf die Uhr schauen musste, alle Patienten versorgt zu bekommen, genießt sie es, Zeit für den Menschen selbst zu haben. „Jetzt verbringe ich zwei Stunden nur mit einer Person. Wir gehen zum Beispiel spazieren, trinken zusammen Kaffee und unterhalten uns. Das tut beiden gut“, berichtet sie. Auch die Freiheit, selbst entscheiden zu können, womit sie die Zeit verbringen, ist für sie eine positive Erfahrung: „Hier gibt es viel mehr Raum für Kreativität als in der Pflege.“

Gerade in der mobilen Eins-zu-Eins-Pflege ist es wichtig, dass die Betreuerin oder der Betreuer mit der Person harmoniert, um die er oder sie sich kümmern soll. Daher wird schon im Erstgespräch darauf geachtet, wer gut zusammen passen könnte.

Die Altersspanne bei den Ehrenamtlichen ist groß, weiß Bianca Snelting, die im Wichernhaus die Schnittstelle zwischen Leitung, Hauptamt und Ehrenamt ist: „Unsere älteste ehrenamtliche Mitarbeiterin ist 82 und flotter als mancher Fünfzigjährige. Und unser Jüngster ist 9 Jahre alt. Er kam einfach zu uns und fragte, ob er den Omis was vorlesen darf.“

Regelmäßige Schulungen und Gruppentreffen begleiten die Arbeit der Ehrenamtlichen und helfen ihnen, auch belastende Situationen zu meistern. So wird manchmal aus einer jahrelangen Betreuung eine Sterbebegleitung. „In den Gruppen können sie darüber sprechen. Sie sind nicht alleine damit“, sagt Susanne Mesterheide von den Diakoniestationen im Kreis Herford.

Auch wenn sich in Herford bereits zahlreiche Ehrenamtliche in der stationären und mobilen Pflege einsetzen, freuen sich die Einrichtungen über jeden, der noch dazukommt. Für viele sei es eine Hemmschwelle, dass sie noch keine Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit Handicap haben. Und auch das Gefühl, eine Verpflichtung einzugehen, schrecke viele ab, berichtet Bianca Snelting: „Es ist unsere Aufgabe, ihnen diese Ängste zu nehmen. Es geht nicht darum, jede Woche zu kommen. Auch Kleinigkeiten machen eine Menge aus.“

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