Pfarrer Siegbert Kaleschke verstorben / Von 1976 bis 2001 Gemeindepfarrer in Herford

Erstellt am 11.11.2020

Herford (12.11.2020). Die Ev.-Luth. Emmauskirchengemeinde trauert um ihren verstorbenen Pfarrer Siegbert Kaleschke. Er war von 1976 bis 2001 Pfarrer der damaligen Christus-Kirchengemeinde, die kurz nach seinem Ruhestand mit der Markus- Kirchengemeinde zur Emmausgemeinde fusioniert ist.

Pfarrer Kaleschke hat die Gemeinde mit seiner offenen und gastfreundlichen Art stark geprägt. Er war kirchenmusikalisch stark engagiert, sang im Chor mit und war vielleicht der erste Herforder Pfarrer, der aktiv gitarrespielend Gemeindearbeit betrieb. Der Bläserkreis der Christuskirche wurde von ihm nach Kräften gefördert.

Mit Singspielen für Kinder als Teil der Gemeindearbeit öffnete er Blicke auf ganz neue Themen, wie etwa bereits in den 70er Jahren auf die Probleme der Umweltzerstörung. Er war kontaktfreudig, ging gerne auf Menschen zu, öffnete damit auch vielfältige ökumenische Horizonte und strahlte auf die ganze Region aus.

Überregional bekannt wurde z.B. sein Projekt der deutsch-englischen Weihnachtsgottesdienste, die er alljährlich mit der englischen Garnision gemeinsam in der Christuskirche am 2. Weihnachtstag anbot. Dazu wurde jeweils ein Musikorchester mit Laienmusikern aus der ganzen Region gebildet. Die Predigt des englischen Garnisonspfarrers wurde von ihm ins Deutsche übersetzt.

Zu einer Gemeinde in Shatale, Südafrika, knüpfte er in der Zeit des Kampfes gegen die Apartheid Kontakt; innerdeutsch förderte er die Partnerschaft mit einer Gemeinde in Berlin-Marzahn.

Seinen Wurzeln in Ostpreußen – als Siebenjähriger hat er die Flucht erlebt – führten ihn mehrmals zurück nach Mragowo / Sensburg, und auch solche Besuche machte er für die Gemeindearbeit fruchtbar.

Er setzte sich für Geflüchtete ein brachte z.B. mal einen hilfesuchenden Mann über Monate hinweg im Gemeindehaus und Pfarrhaus unter.

Siegbert Kaleschke begleitete viele junge Kriegsdienstverweigerer bei ihren Verfahren und unterstütze sie darin, ihre Verweigerungsgründe vor der Bundeswehr glaubhaft machen zu können.

Zu seiner ökumenischen Arbeit zählte auch sein Einsatz für die ACK, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, in Herford, für die er in späterer Zeit jährlich am Trinitatissonntag einen gemeinsamen Gottesdienst verschiedener Gemeinden in der Trinitatiskirche auf dem Homberg anbot. Jede Gemeinde bekam dann eine von ihm gestaltete Kerze mit auf den Weg.

Er hatte Freude am Unkonventionellen. Über ein lebendiges Schaf bei einem Weihnachtsgottesdienst sprach man später noch lange. Er regte auch an, das Erntedankfest auf dem Wethehof in Falkendiek zu feiern, und war immer für Neuerungen und kreative Ideen zu begeistern. Er hat sich auch dafür eingesetzt, dass in seine Gemeinde als erste in Herford eine Frau ins Pfarrkollegium kam.

Im Januar 2001 ist er aus dem aktiven Dienst ausgeschieden. Seine kreative und weltoffene Art wird in unserer Gemeinde noch lange nachklingen. Wir wünschen seinen Angehörigen viel Kraft und Gottes Segen für ihren Weg, den sie nun ohne ihn gehen müssen.

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