Freude im Kreis Herford über das Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrag

Erstellt am 21.01.2021

„Ein Nein ohne jedes Ja“

Pfarrer Berthold Keunecke (Archivfoto aus 2018)

Kreis Herford (21.01.2021). Der Friedensbeauftragte des Evangelische Kirchenkreises Herford, Pfarrer Berthold Keunecke, begrüßt das Inkrafttreten des Internationalen Verbotsvertrages für Atomwaffen am Freitag, 22. Januar. „Damit kommt eine Entwicklung zum Abschluss, die unter anderem von den Kirchen lange vorbereitet worden ist“, sagt der Gemeindepfarrer und fordert, dieses Verbot müsse nun auch in Deutschland umgesetzt werden.

Keunecke erinnert an das Motto der lila Tücher des Evangelischen Kirchentages von 1983, mit denen „ein Nein ohne jedes Ja zu Massenvernichtungswaffen“ gefordert wurde. Aus den Diskussionen daraus war damals die Forderung nach einem Friedenskonzil entstanden, welche zu dem „Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ führte. Schon vorher, 1975, hatte der Weltkirchenrat auf seiner Vollversammlung in Nairobi die Kirchen dazu eingeladen, ganz grundsätzlich ihre Bereitschaft zu erklären, „ohne den Schutz von Waffen zu leben“.

Im Mai 1989, also ein halbes Jahr vor dem sogenannten Wendeherbst, der zum Fall der Mauer führte, hatte dann die Europäische Ökumenische Versammlung in Basel mit einer überwältigenden Mehrheit beschlossen: „Wir rufen alle Länder und Regierungen in Europa auf, ... den Besitz und die Anwendung von Massenvernichtungsmitteln, seien es nukleare, biologische oder chemische Waffen, völkerrechtlich zu verurteilen und folglich zu beenden“. Dies Treffen sei kirchengeschichtlich bedeutsam gewesen, erläutert Keunecke weil es die erste konziliare Versammlung aller christlichen Kirchen Europas seit der Trennung von orthodoxer und katholischer Kirche vor 1000 Jahren war.

In der Folge hätten Christinnen und Christen kontinuierlich daran gearbeitet, dass Massenvernichtungswaffen verboten werden. Die Biologiewaffenkonvention trat schon 1975 in Kraft, der Chemiewaffenverbotsvertrag ist 1997 rechtskräftig geworden, und nun auch der Atomwaffenverbotsvertrag. „Letzterer muss jetzt zügig in praktische Politik umgesetzt werden" mahnt Pfarrer Keunecke, was bedeuten würde, dass die nukleare Teilhabe Deutschlands aufgegeben werden müsse und die letzten in Deutschland verbliebenen Atombomben aus Büchel abgezogen werden müssten. Er begrüßt, dass der Herforder Bürgermeister als Mitglied der internationalen "Majors for Peace" die Arbeit gegen Atomwaffen unterstützt und dass auch der Herforder Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze (SPD) in diese Richtung tätig ist.

Außerdem verweist Keunecke auf die Stellungnahme des westfälischen Friedensbeauftragten, Superintendent Heiner Montanus, der im vergangenen Juni erklärte: „Der Einsatz von Atomwaffen, dessen Vorbereitung und Duldung, schon das Drohen damit – das ist unvereinbar mit dem Evangelium als der guten Botschaft von Gottes Liebe zu allen Menschen. Es widerspricht dem Gebot der Feindesliebe. Es ist Sünde.“

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