Hochschule für Kirchenmusik: Weitere Prüfung von Chancen und finanziellen Risiken

Erstellt am 22.04.2021

Kirchenleitung vertagt Entscheidung / Stellungnahme von Superintendent Dr. Olaf Reinmuth

Foto: Hochschule für Kirchenmusik, Standort Herford (Bildquelle: Wikipedia)


Bielefeld/ Herford/ Witten (22.04.2021). Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) arbeitet zurzeit daran, die Ausbildung von Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern mit hoher Qualität zukunftssicher aufzustellen. Eine Entscheidung über die Zukunft der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten und die mögliche Zusammenlegung der bisher getrennten Fachbereiche „Kirchenmusik Klassisch“ und „Kirchenmusik Popular“ hat die Kirchenleitung am Donnerstag (22. April) vertagt.

Das Gremium aus 15 haupt- und nebenamtlichen Mitgliedern hat in der Sitzung vom 21./22. April sehr ausführlich verschiedene Alternativen der Kirchenmusikausbildung diskutiert, darunter der mögliche Umzug der beiden Hochschulstandorte Herford und Witten in einen Neubau auf dem Gelände der Evangelischen Hochschule in Bochum und die Beibehaltung und Sanierung der bisherigen Standorte.

Die Kirchenleitung ist in gründlicher Prüfung des Vorhabens zu der Frage gelangt, ob angesichts der aktuellen Pandemie-Entwicklung ein Investitionsrisiko der geplanten Größenordnung überhaupt getragen werden kann. Die Kirchenleitung möchte sich angesichts der zukunftsweisenden Bedeutung der Entscheidung zusätzliche Zeit nehmen, um die Chancen der verschiedenen Optionen und die finanziellen Risiken weiter zu prüfen.

Die Hochschule

Die Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche von Westfalen an zwei Standorten und bietet deutschlandweit das derzeit größte Studienangebot im Bereich der evangelischen Kirchenmusik.

Der Fachbereich „Kirchenmusik Klassisch“ in Herford bildet aktuell 29 Studierende aus, davon 21 in den Studiengängen Bachelor und Master, der Fachbereich „Kirchenmusik Popular“ in Witten hat aktuell 31 Studierende, davon 28 in den Studiengängen Bachelor und Master.

In Herford hat die Ausbildung in der Kirchenmusik seit 1948 Tradition. 1955 zog die Hochschule in die Menkhoff´sche Villa, die um ein Verwaltungsgebäude erweitert wurde. 1986 wurde auf dem Gelände an der Parkstraße die neue Aula mit Kapelle eröffnet. Der Studiengang „Kirchenmusik Klassisch“ bietet neben dem Bachelor- und dem darauf aufbauenden Master-Abschluss die Abschlüsse Künstlerische Reifeprüfung und Konzertexamen.

2016 wurde in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Pop-Akademie in Witten dort der neue Studiengang „Kirchenmusik Popular“ mit Abschluss Bachelor eingeführt. Am Standort kooperiert die Hochschule auch mit dem Institut für Weiterbildung der Evangelischen Pop-Akademie. Seit 2020 wird ein Masterstudiengang angeboten. Neben Pop, Jazz, Rock und Gospel ist auch klassische Kirchenmusik Teil der Ausbildung in Witten.

Stellungnahme vom Herforder Superintendenten

Dr. Olaf Reinmuth, Suprintendent des Ev. Kirchenkreises Herford:

"Die Kirchenleitung hat sich der Diskussion des zukünftigen Hochschulstandorts intensiv angenommen. Das freut uns sehr. Wir sehen die Vertagungs-Entscheidung mit großem Respekt vor der Ernsthaftigkeit, mit der sich dieser Frage angenommen wurde. Es entspricht der Größe und Bedeutung des Arbeitsfeldes wie der nötigen Investition, sich gerade in unkalkulierbaren Pandemie-Zeiten sehr sorgfältig auseinanderzusetzen, bevor eine Entscheidung dieser Reichweite getroffen wird. So verstehen wir die Vertagung auch als eine Vorsichtsmaßnahme, die jetzt nötig ist.

Ob damit der mögliche Standort Herford wieder Boden in der Diskussion gewonnen hat, wird man sehen müssen.

Innerlich bin ich vorbereitet gewesen auf eine Abschlussentscheidung, die sich für einen der beiden gemeinsamen Standorte festlegt. Damit wäre gleichzeitig ein hervorstechendes Bekenntnis zur kirchenmusikalischen Ausbildung verbunden gewesen.

Ich habe in den letzten Wochen immer eine Präferenz für Bochum wahrgenommen. Das wäre immerhin der Abschluss einer engagierten Diskussion gewesen. Und wir hätten uns dann auf die Folgen der Entscheidung konzentrieren können.

Für Westfalen und die EKD hätte das einerseits den Ausbau der kirchenmusikalischen Arbeit bedeutet und ein sehr klares großes Bekenntnis zur kirchenmusikalischen Ausbildung. Auf der anderen Seite wäre für die Region um Herford eine Intensivierung der eigenen kirchenmusikalischen Arbeit nötig gewesen.

Jetzt sind wir gespannt, ob, wie und wann der Diskussionsprozess fortgesetzt werden wird. Man wird sehen müssen, wie groß die Bereitschaft für ein finanzielles und organisatorisches Engagement in die Zukunft der kirchenmusikalischen Ausbildung sein wird. Wir werden sehen, welche Optionen für die Standortfrage weiter untersucht werden.

Wir sehen den kommenden Schritten mit Spannung entgegen."

 

 

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