Update, April 2021: Corona-Schutz-Empfehlungen der westfälischen Landeskirche

Erstellt am 30.04.2021

Westfalen 30.04.2021. Die Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) hat ihre Corona-Schutz-Empfehlungen aktualisiert.

Geleitwort von Annette Kurschus, Präses der EKvW

Sehr geehrte Damen und Herren, 
liebe Schwestern und Brüder,

die vierte Woche nach Ostern ist buchstäblich auf Jubel gestimmt: Mit dem Sonntag „Jubilate“ hat sie begonnen, von einem verheißungsvollen Wort des Apostels Pau-lus wird sie begleitet:

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Korinther 5,17)

Neues ist geworden: Trotz allem, was seit Monaten so zäh und lähmend beim Alten bleibt. Ein greifbares Ende der Unsicherheit und der beschwerlichen Einschränkungen ist nicht in Sicht. Die Sehnsucht nach leibhaftigen Begegnungen mit vertrauten Menschen, nach lebendigen Gottesdiensten in unseren geliebten Kirchen, nach gemeinsamem Singen und Beten, nach körperlich spürbarer Nähe wächst mit jedem Tag. Das neue Leben „nach Corona“ lässt auf sich warten. Immer noch und weiterhin. So ist die Lage.

Paulus sagt: Wir Christen sind nur unzureichend beschrieben, wenn wir ausschließlich auf die vorfindliche Situation blicken, auf uns selbst und das, was uns gegenwärtig zu schaffen macht. So zutreffend und realistisch dieser Blick sein mag: Erst da haben wir uns und einander und „die Lage“ ganz verstanden, wo wir „außer uns“ sind. Wo wir uns hineingezogen wissen in Christus, als neue Kreaturen. Wir sind in eine neue Wirklichkeit versetzt. Seit der Auferstehung Jesu Christi von den Toten geht die Richtung, in die wir unterwegs sind, grundsätzlich und immer und überall auf das Leben zu. Das heißt: Niemand ist ohne Aussicht. Nichts ist ohne Hoffnung. Immer und überall ist ein Neuanfang möglich. Sogar durch den Tod hindurch, sogar über das vermeintliche Ende hinaus. Siehe, Neues ist geworden.

Der Jubel darüber hat es schwer. In diesen Zeiten noch schwerer als sonst. In unseren Gemeinden fragen immer mehr Menschen immer dringlicher: „Wie lange soll es denn noch dauern? Unsere Pfarrerinnen und Pfarrer machen das genial mit den alternativen Gottesdienstideen, neuen Formaten und allerlei kreativen Gesprächs- und Seelsorgeangeboten, die Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker überschlagen sich, jede Menge Ehrenamtlicher engagieren sich unermüdlich, junge Menschen setzen sich mit bewundernswerten digitalen Kenntnissen und Fertigkeiten ein. Und doch: Wir wollen einander endlich wieder begegnen. Wir wollen endlich wieder zusammenkommen. Wie lange wollt ihr uns noch davon abraten? Wie und wann soll unser kirchliches Leben endlich wieder in Gang kommen?“

Ich verstehe das Fragen. Und ich teile die Sehnsucht, die darin liegt. Es ist ja so: Wir vernachlässigen unseren Auftrag keineswegs. Das Evangelium und mit ihm Hoffnung und Trost kommen unter die Leute, auf überraschenden Pfaden und auf ungeahnte Weise, Tag für Tag. Das nehme ich mit großem Respekt und ehrlicher Dankbarkeit wahr. Und doch: Wir vermissen so viel, und das nun schon so lange. Das erfüllt mich – wie viele andere – zunehmend mit Sorge.

In der Runde der Superintendentinnen und Superintendenten haben wir dazu erneut intensiv beraten und schweren Herzens gemeinsam entschieden, angesichts des weiterhin unübersichtlichen Infektionsgeschehens dennoch vorerst bei unserer Empfehlung zu bleiben: Auf Versammlungen in geschlossenen Räumen sollte bei anhaltend hohen Inzidenzen verzichtet werden.

Immerhin: Zaghaft leuchtet ganz allmählich etwas vom Neuen im Alten auf. Immer mehr Menschen sind geimpft. Viele haben nach der zweiten Impfung sogar bereits den vollen Schutz. Endlich und Gott sei Dank. Das entspannt die Lage auch in unserem kirchlichen Handeln hier und da deutlich, etwa bei Hausbesuchen und in Seelsorgegesprächen.

Außerdem hören wir, das Infektionsrisiko sei im Freien verlässlich geringer als in geschlossenen Räumen. Daher stellen wir für Gottesdienste unter freiem Himmel – in überschaubarer Zahl und mit der weiterhin gebotenen Sorgfalt – im Folgenden neue Empfehlungen vor.

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden."


Das gilt. Unabhängig von Inzidenzzahlen und Impfdosen. Lassen Sie uns das nicht vergessen und getrost bleiben. Wir sind auf das Leben hin unterwegs. Diese Gewissheit kann stark machen. Gerade jetzt.

Ihre Annette Kurschus,
Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen

 

CoronaUpdate zur Gestaltung kirchlichen Lebens (29. April 2021)

Angesichts der hohen Inzidenzwerte empfiehlt die Landeskirche weiterhin, bis auf Weiteres auf Präsenzveranstaltungen (auch für Gottesdienste) zu verzichten und verstärkt auf digitale Formate zu setzen. Für Gottesdienste unter freiem Himmel gelten neue Empfehlungen.

Mit dem Perspektivkonzept wird ein verantwortlicher Verfahrensweg für das kirchliche Leben in der Evangelischen Kirche von Westfalen entwickelt. Es versetzt uns in die Lage, flexibel und zügig auf das jeweilige Infektionsgeschehen in den Landkreisen und kreisfreien Städten zu reagieren und unser kirchliches Handeln in verantwortlicher Weise darauf abzustimmen. Unsere Empfehlungen für das kirchliche Leben bleiben weiterhin handlungsleitend. Die drei Inzidenzwertkorridore – unter 50, 50 bis 100, über 100 – bilden die Grundlage, von der aus sich die Handlungsempfehlungen ergeben. Im Blick auf Gottesdienste unter freiem Himmel wird das Perspektivkonzept aktualisiert.

Grundsätzliches zu Gottesdiensten und Teilnahmebedingungen
Nach intensiven Beratungen empfiehlt die Evangelische Kirche von Westfalen, im Blick auf die Teilnahme an Gottesdiensten grundsätzlich nicht zwischen Geimpften und Genesenen auf der einen und denjenigen Personengruppen auf der anderen Seite zu unterscheiden, die (noch) keinen Impfschutz oder eine Immunisierung nach überstandener Erkrankung besitzen. Eine solche Unterscheidung hinsichtlich des Gottesdienstbesuchs zu treffen, widerspräche unserer Überzeugung, dass Gott seine Gemeinde über alle Unterschiede hinweg zu sich ruft.

Wir bekräftigen das Perspektivkonzept, wonach Gottesdienste in physischer Präsenz in geschlossenen Räumen grundsätzlich nur bis zu einem Inzidenzwert von 100 empfohlen werden. Allerdings wird das Konzept um die Möglichkeit von Gottesdiensten in physischer Präsenz unter freiem Himmel ergänzt. Diese Möglichkeit sollte unter Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheit vor Ort abgewogen werden. Dabei sollte auch die Außenwirkung Berücksichtigung finden, die von einer öffentlichen Versammlung ausgehen kann, während gleichzeitig spürbare Einschränkungen im öffentlichen und individuellen Leben bestehen.

Wenn Presbyterien sich dazu entschließen, auch bei Inzidenzwerten über der Marke von 100 Gottesdienste innerhalb von Gebäuden in physischer Präsenz zu veranstalten, ist neben den bekannten Schutzkonzepten die besondere Rückverfolgung sicherzustellen.

Sollten staatliche Verordnungen oder Allgemeinverfügungen weiterhin die Vorlage eines negativen Corona-Testergebnisses (zertifizierter Bürgertest bzw. Schnelltest unter der Aufsicht geschulten Personals) für die Teilnahme an einem Gottesdienst bei Inzidenzwerten von über 100 verbindlich machen, bedarf es entsprechender Vorkehrungen in den Kirchengemeinden. Im Lichte unserer grundsätzlichen Überzeugung, dass der Gottesdienst Menschen über alle Unterschiede hinweg verbindet, gilt es vor Ort abzuwägen, ob unter diesen Umständen an einer Feier in Prä-senz festgehalten werden kann.

Gottesdienste in geschlossenen Räumen
Gottesdienste in geschlossenen Räumen (Kirchen, Gemeindehäuser) sind mit den bewährten Schutzkonzepten und nach Prüfung der regionalen Gegebenheiten auch in physischer Präsenz im Rahmen der Empfehlungen möglich, wenn die Inzidenzwerte in den vergangenen 7 Tagen konstant und auch weiterhin erwartbar unter der Marke 100 liegen. Übersteigt der Inzidenzwert diese Marke wird empfohlen, auf Gottesdienste innerhalb von Gebäuden zu verzichten und digitale Formate zu nutzen.

Grundsätzlich gilt dabei, dass neben der Corona-Schutzverordnung (CoronaSchVO) in der jeweils aktuellen Fassung auch die Allgemeinverfügungen der Landkreise und kreisfreien Städte Beachtung finden.

Gottesdienste unter freiem Himmel 
Nach aktuellem Kenntnisstand ist das Infektionsrisiko im Freien deutlich geringer, so dass Veranstaltungen unter freiem Himmel in verantwortbarer Weise durchgeführt werden können, wenn die entsprechenden Maßgaben zum Infektionsschutz eingehalten werden.

Kirchengemeinden können nach Abstimmung mit dem Kirchenkreis und im Einvernehmen mit den zuständigen Ordnungsbehörden Gottesdienste unter freiem Himmel veranstalten (wie traditionell in vielen Kirchengemeinden etwa zu Himmelfahrt und Pfingsten üblich). Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dass

  • die Abstands- und Hygieneregeln konsequent eingehalten und
  • medizinische Masken bzw. FFP2-Masken getragen werden,
  • die besondere Rückverfolgung gewährleistet und
  • der Veranstaltungsbereich (einschließlich der Ein- und Ausgänge) eindeutig ausgewiesen ist.
  • Die Zahl der Teilnehmenden sollte die Marke von 100 nicht überschreiten, sofern dies die örtlichen Gegebenheiten zulassen. Die maximale Teilnehmendenzahl ergibt sich aus dem Abstandsgebot und der zur Verfügung stehenden Fläche.
  • Eine vorherige Anmeldung der Teilnehmenden ist erforderlich.
  • Auf Gemeindegesang wird auch unter freiem Himmel verzichtet. Die kirchenmusikalische Gestaltung ist allerdings unter Einhaltung der besonderen Abstandsregeln (von mindestens 2 Metern gemäß § 8 CoronaSchVO NRW) mit maximal 5 Musikerinnen und Musikern möglich.

In diesem Rahmen können auch Taufen, Trauungen und Konfirmationen stattfinden (siehe dazu auch unten). Dabei sollte darauf geachtet werden, dass an der Tauf- und Segnungshandlung im Gottesdienst ausschließlich der kleinstmögliche Kreis von Angehörigen unmittelbar beteiligt ist.
Die Schutzkonzepte der Kirchengemeinden sind im Blick auf Gottesdienste unter freiem Himmel entsprechend zu aktualisieren und der Superintendentur sowie der zuständigen Ordnungsbehörde einmalig zur Kenntnis zu geben.

Taufen und Trauungen
Taufen und Trauungen sind in kleinstmöglichem und geschlossenem Kreis der Angehörigen in geschlossen Räumen möglich, wenn sie nicht einvernehmlich ver-schoben werden können. Neben den Maßgaben zum Infektionsschutz (Abstands- und Hygieneregeln, Tragen von medizinischen Masken bzw. FFP2-Masken usw.) ist die besondere Rückverfolgung zu gewährleisten.

In jedem Fall sollte die Möglichkeit geprüft werden, die Taufen und Trauungen im Freien im Umfeld oder auf dem Gelände kirchlicher Gebäude zu veranstalten. Zu den Details siehe die Hinweise zu Gottesdiensten unter freiem Himmel.

Konfirmationen

Geplante Konfirmationen können in geschlossenen Räumen stattfinden, wenn die Inzidenzwerte in den vergangenen 7 Tagen konstant und auch weiterhin erwartbar unter der Marke 100 liegen. Liegen die Inzidenzwerte darüber, sollte über eine mögliche Verschiebung des Konfirmationstermins (Spätsommer und Herbst) nachgedacht werden. Alternativ können die Konfirmationen unter freiem Himmel unter Teilnahme eines kleinstmöglichen Kreises der jeweiligen Angehörigen im Umfeld oder auf dem Gelände kirchlicher Gebäude stattfinden. Zu den Details siehe die Hinweise zu Gottesdiensten unter freiem Himmel.

Kirchliche Bestattungen
Kirchliche Bestattungen können aufgrund der besonderen seelsorglichen Bedürfnisse der Angehörigen und der Einmaligkeit und Unwiederholbarkeit des Geschehens in Gebäuden und im Freien als Gottesdienst inzidenzunabhängig gefeiert und durchgeführt werden. Für die Durchführung gelten die Vorgaben gemäß § 1 Abs. 3 CoronaSchVO, soweit nicht durch lokale Allgemeinverfügungen abweichende Regelungen getroffen werden. Die Kirchengemeinde

  1. informiert die vor Ort zuständigen Behörden.
  2. sichert die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m bei den Personen, die nicht zum Kreis der nahen Angehörigen gehören. Nahe Angehörige dürfen sich ohne Abstand beistehen und begegnen.
  3. begrenzt die Teilnehmendenzahl. Die mögliche Teilnehmendenhöchstzahl richtet sich jeweils danach, wie viele Menschen in dem betreffenden Raum den geforderten Abstand einhalten können. Die Obergrenze liegt für Gottesdienst in Kirchen (und anderen Räumen) bei 250Teilnehmenden und bei Gottesdiensten unter freiem Himmel bei 500 Teilnehmenden.
  4. führt ein Anmeldeerfordernis für solche Zusammenkünfte ein, bei denen Besucherzahlen zu erwarten sind, die zu einer Auslastung der Kapazitäten führen könnten,
  5. verpflichtet die Teilnehmenden zum Tragen einer medizinischen Maske auch am Sitzplatz (OP-Maske, Masken des Standards FFP2 bzw. KN95/N95),
  6. erfasst die Kontaktdaten der Teilnehmenden und
  7. verzichtet auf Gemeindegesang.

Datenerfassung im Dienste der Rückverfolgbarkeit
Zur Datenerfassung bei Veranstaltungen in physischer Präsenz wird die Nutzung der Corona-Warn-App empfohlen, um die Rückverfolgung zu gewährleisten. Sie ist datenschutzrechtlich unbedenklich und bietet mit dem jüngsten Update mittlerweile die entsprechenden Möglichkeiten. Alternativ besteht weiterhin die Möglichkeit, die Daten manuell zu erfassen und diese idealerweise im Interesse der Lesbarkeit in eine Excel-Datei zu übertragen. Im Interesse des Datenschutzes sollte darauf ge-achtet werden, dass die Listen (auch beim Eintragen) nicht offen einsehbar sind.
 
Offene Kirchen
Eine Öffnung der Kirche als Ort der Stelle und des Gebets an Sonn- und Wochen-tagen unter Beachtung der geltenden Regelungen der CoronaSchV ist weiterhin möglich. Informationen dazu finden Sie unter www.offene-kirchen.info.

Kirchenmusik
In Vorbereitung und Durchführung von Online-Gottesdiensten besteht für Musikerinnen und Musiker die Möglichkeit, in kleiner Zahl von maximal 5 Personen unter Einhaltung der Mindestabstände in physischer Präsenz zu musizieren und dafür zu proben, wenn ein gültiger negativer Schnelltest vorliegt. Zur kirchenmusikalischen Gestaltung von Gottesdiensten unter freiem Himmel siehe oben.

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Montag, 24.05.2021 09.30 Uhr
Gemeinsamer Auto - Gottesdienst der Löhner Kirchengemeinden

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Montag, 24.05.2021 19.00 Uhr
Abend der Lichter

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Donnerstag, 27.05.2021 18.00 Uhr
Wohnzimmer-Familiensingen mit Rolf Zuckowski

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Freitag, 29.10.2021 16.00 Uhr
Einführung ins Handauflegen

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