Superintendent Dr. Olaf Reinmuth: Krieg und jetzt?

Erstellt am 14.03.2022


Herford (14.03.2022). Stellungnahme von Superintendent Dr. Olaf Reinmuth, Evangelischer Kirchenkreis Herford:


 

Krieg und jetzt?

Immer mehr Raum nimmt der Krieg in der Ukraine ein. Immer mehr Menschen fliehen, werden getötet oder verletzt, immer mehr wird kaputt gemacht. Ich beobachte das mit großer Fassungslosigkeit. Ich hätte es noch vor vier Wochen nicht für möglich gehalten, dass es zu diesem hemmungslosen Gewaltausbruch mitten in Europa kommen kann. Aber das war naiv. Was jetzt? Ich freue mich, dass die russischen Soldaten nicht einfach so durchkommen.

Ich freue mich, dass die Ukrainerinnen und Ukrainer sich wehren. Mit Gewalt auf Gewalt antworten: Kann es das sein? Eigentlich nicht, nicht als Ziel, nicht generell. Aber in so einem Fall doch! Können Waffen helfen? Schon bisher war ich der Meinung, dass die Existenz von Waffen andere Staaten durchaus warnen kann. Am besten so, dass die Waffen selber gar nicht eingesetzt werden müssen.

Aber jetzt? Einfach nachgeben, wenn der stärkere Nachbar droht? Wäre das eine Möglichkeit? Ist das der Weg, den eine Demokratie gehen kann? Ich denke nicht. Die Regierung der Ukraine hat die Verantwortung, sich wehrhaft für die Freiheit und Selbstbestimmung der eigenen Leute einzusetzen. Das ist aus meiner Sicht durchaus eine christliche Haltung. Denn andere Menschen vor Gewalt schützen, ist zutiefst christlich.

Direkt eingreifen ist etwas ganz Anderes, mit einer Flugverbotszone zum Beispiel oder mit Truppen. Wir sollten uns nicht in den Krieg hineinziehen lassen. Wir sollten weiter auf Diplomatie setzen. Wir sollten mit Sanktionen zeigen, dass der Preis des Angriffs hoch ist, sehr hoch: Das könnte weise sein.

Die Hilfsbereitschaft für geflüchtete Menschen ist überwältigend groß. Es gibt viele tatkräftige Initiativen, die mit viel Phantasie Hilfe organisieren. Viel Geld ist jetzt schon da und steht für die große Not bereit. Gastfreundschaft ist gut. Wir bieten Menschen Schutz, damit sie in Ruhe leben können. Unsere Mitmenschlichkeit ist ein ganz starkes Zeichen. Wir sollten uns überhaupt gegen alles einsetzen, was die Gesellschaft auseinanderbringt.  

Die Gesprächsfäden dürfen nicht abreißen, auch wenn sie sehr dünn sind. Weder zu Putin, noch zu seinen Unterstützern. Hass russischen oder russlanddeutschen Mitbürgerinnen und Mitbürgern gegenüber, die für Putin sympathisieren, ist sehr unangebracht.

Ich kann es mir nicht vorstellen, wie jemand, der angreift, stoppen wird. Aber ich hoffe es doch und hoffe, dass niemand die Nerven verliert. Der Weg in Verhandlungen ist die beste Möglichkeit.

 


 

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