Gedenken an die Opfer von Krieg und Corona-Pandemie am Baum der Hoffnung

Erstellt am 06.04.2022

Friede ist da, wo Gewalt aufhört

Foto von links: Superintendent Dr. Olaf Reinmuth, Jakow Zelewitsch, Helmut Beversdorff, Günter Scheding, Manuela Müller-Riepe, Gerd und Gudula Heining sowie Ella Kraft auf dem Marienfriedhof in Herford

 

Herford (06.04.2022). Ein Zeichen der Zuversicht setzten Mitglieder des interreligiösen Arbeitskreises Herford am Donnerstag. Auf dem Herforder Marienfriedhof trafen sie sich am Baum der Hoffnung, der im vergangenen Jahr als Erinnerung an die Opfer der Pandemie, aber auch als Zeichen der Hoffnung für die Zukunft gepflanzt worden war.

„Wir brauchen Hoffnung und wir suchen sie hier gemeinsam in unserer Verschiedenheit“, so Superintendent Dr. Olaf Reinmuth. „Der Amberbaum steht für den Blick zurück mit der Trauer darin und für den Blick nach vorne mit der Suche nach Hoffnung. Noch immer ist die Pandemie nicht vorbei. Wir sind müde im Kämpfen und brauchen die Hoffnung. Noch viel mehr brauchen wir die Hoffnung aber gegen den Krieg, der die Welt so sehr in Atem hält“, so Reinmuth weiter. „Wir brauchen die Hoffnung für die Einsicht, dass Friede letztlich nur da sein kann, wo Gewalt aufhört. Und für die Idee, dass jede und jeder selbst über sein Leben bestimmen kann.“

In ihren Vorträgen gedachten die Anwesenden der Menschen, die durch die Corona-Pandemie und den Krieg unverschuldet in Not geraten sind. Auf Deutsch und Hebräisch trugen Jakow Zelewitsch, Kantor der jüdischen Gemeinde Herford/Detmold, und Günter Scheding, Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, gemeinsam ein Gebet für die Opfer der Pandemie vor.

Helmut Beversdorff, Organisator der "Nummer gegen Kummer" beim Kinderschutzbund Herford, erinnerte daran, auch die Leiden der Kinder und Jugendlichen in der Pandemie nicht zu vergessen. Ella Kraft vom Ausschuss für Frauenarbeit im evangelischen Kirchenkreis zitierte aus dem von Udo Lindenberg geschriebenen Lied „Wozu sind Kriege da?“. Der Rockmusiker hatte es 1981 erstmals öffentlich gesungen, gemeinsam im Duett mit dem damals zehnjährigen Pascal Kravetz. Bei dem Gedenken auf dem Marienfriedhof berührte die Zuhörenden besonders die Botschaft: „Keine Mutter will ihre Kinder verlieren. Und keine Frau ihren Mann.“

Vom interreligiösen Arbeitskreis mit dabei waren Gerd und Gudula Heining aus Spenge-Wallenbrück sowie Manuela Müller-Riepe. Sie rezipierte stellvertretend für die muslimischen Mitglieder des Arbeitskreises Suren aus dem Koran zum Thema Frieden auf Erden stiften. Müller-Riepe hatte die Veranstaltung auf dem Friedhof organisiert. „Die Aktion sollte bereits im vergangenen Jahr stattfinden und ist durch Corona mehrfach verschoben worden. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine ist das Thema Hoffnung für uns jedoch aktueller denn je“, erzählte sie.

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