Kirchlengern: Sturmholz soll zu Möbeln für Kitas im Kirchenkreis verarbeitet werden

Erstellt am 01.12.2022

Waldarbeiten im Meierholz / Stürme haben starke Schäden angerichtet

Foto oben: Das Sturmholz soll zu Möbeln verarbeitet werden und im Kirchenkreis bleiben. Von links: Alwin Schormann (Atelier für Holzbau), Holger-Karsten Raguse (Leiter des Regionalforstamtes Ostwestfalen-Lippe), Förster Johannes Landwehrmann und Pfarrer Holger Kasfeld (Kirchenkreis)

Foto oben: Förster Johannes Landwehrmann erklärt die notwendigen Arbeiten, daneben ist Pfarrer Holger Kasfeld vom Kirchenkreis Herford

 
Kirchlengern (01.12.2022). Im Frühjahr haben Stürme im Meierholz in Kirchlengern an der Grenze zu Spradow gewütet. Der Evangelische Kirchenkreis Herford plant gemeinsam mit dem Forstamt und einer heimischen Tischlerei, das sogenannte Sturmholz teilweise zu Möbel verarbeiten zu lassen. Über die Ergebnisse können sich dann die Mädchen und Jungen in den kreiskirchlichen Kitas freuen. Außerdem soll manches Totholz im Wald bleiben und somit die Regeneration der Natur fördern.

Die Auswirkungen des Klimawandels, die enorm gestiegene Nachfrage nach Holz, die Belange des Naturschutzes und die Ansprüche der Waldbesuchenden führen in den Wäldern der Region zu wachsenden Interessenkonflikten. Diese müssen in den Wäldern der Region abgestimmt und verträglich umgesetzt werden. Auch in dem Waldgebiet Meierholz in Kirchlengern haben die Februar-Stürme Xandra, Yelena und Zeynep deutliche Spuren hinterlassen.

Hier sind von den Orkanböen 45 große Buchen geworfen worden, sodass bei vielen Stämmen die Wurzelteller senkrecht in die Höhe stehen. Die Wege, die durch das Meierholz führen, sind seit Februar teilweise durch Stämme und Kronen versperrt. Einige Buchen sind angeschoben und haben sich an benachbarten Bäumen angelehnt. Da die Aufarbeitung des Sturmholzes nicht im Frühjahr und Sommer stattfinden sollte, plant der Kirchenkreis Herford als Waldeigentümer gemeinsam mit dem Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe, mit den Arbeiten voraussichtlich jetzt im Dezember zu beginnen.

Mit der Unteren Naturschutzbehörde sind die artenschutzrechtlichen Belange abgeklärt worden. Einige Sturmbuchen bleiben als liegendes Totholz im Wald, um an Ort und Stelle zu vermodern und somit im Nährstoffkreislauf zu verbleiben. Abgestorbene stehende Bäume, die Vögeln und Insekten Nahrungs- und Unterschlupfmöglichkeiten bieten, gibt es im Meierholz bereits ohnehin.

Regionale Wertschöpfung

„Wir möchten das Sturmholz bei uns vor Ort im Kirchenkreis Herford verarbeiten lassen. Es sollen beispielsweise Möbel und Bauholz für unsere Kitas entstehen“, sagt Pfarrer Holger Kasfeld vom Kirchenkreis Herford. Das Unternehmen Atelier für Holzbau aus Löhne hilft dem Kirchenkreis bei seinen Ideen. „Wir haben ein kleines Sägewerk, daher können wir die geworfenen Bäume zurechtsägen und dann zu dem gewünschten Endprodukt verarbeiten. Deshalb können wir dem Kirchenkreis Möbel und Bauholz aus seinen eigenen Bäumen herstellen“, erzählt Seniorchef Alwin Schormann (Foto links).

Das aufgearbeitete Buchenstammholz bliebe somit als langlebiges Holzprodukt ein Kohlenstoffspeicher und trage zur regionalen Wertschöpfung bei, erklärt der zuständige Förster Johannes Landwehrmann. Das Meierholz leistet damit auch als Lieferant einer nachhaltigen und erneuerbaren Wärmeenergiequelle vor Ort seinen Beitrag zur Einsparung fossiler und damit klimaschädlicher Energien wie Erdgas, Kohle und Erdöl. Interessant zu wissen: Rund 75 Prozent der erneuerbaren Wärme wird zurzeit durch Holzenergie in Form von Scheitholz, Holzpellets und Holzhackschnitzeln bereitgestellt. Der Heizwert eines Raummeters Buchenholz liegt bei rund 2.000 KWh, was der Energie von rund 200 Litern Heizöl entspricht.

Nutzen, schützen, erholen

Das Meierholz und die jetzt anstehenden Arbeiten sind ein anschauliches Beispiel für die Möglichkeit, die Nutzfunktion, die Schutzfunktion und die Erholungsfunktion des Waldes auf einer Fläche ausgewogen zu erfüllen.

Dazu sagt Holger-Karsten Raguse (Foto links), Leiter des Regionalforstamtes Ostwestfalen-Lippe: „Die Aufgabe der Försterinnen und Förster ist es, die drei Waldfunktionen unter Beachtung der Ziele des Eigentums, der Erholungssuchenden und nicht zuletzt des Arten- und Biotopschutzes abzuwägen und in den vielfältigen Waldflächen vor Ort in Einklang zu bringen.“

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