Synode des Kirchenkreises: Nachwuchsförderung, Energiesparen und Klimaneutralität

Erstellt am 07.09.2022

„Kreativ und erfolgreich vor Ort arbeiten“

Foto: Superintendent Dr. Olaf Reinmuth


Herford (07.09.2022). Der Evangelische Kirchenkreis Herford hatte Anfang September zur Synode eingeladen. In der Kreissynode sitzen gewählte Laien und Geistliche, die über wesentliche Fragen des kirchlichen Lebens entscheiden. Bei dieser Tagung ging es vor allem um Meinungsbildung.

„Wir legen großes Gewicht auf Information“, sagte Superintendent Dr. Olaf Reinmuth. Auf der Tagesordnung standen Themen wie zum Beispiel Energiepreisentwicklung und erste Schritte Richtung Klimaneutralität 2040 sowie die Personalplanungsräume für den pastoralen Dienst und das Erprobungsgesetz zur Beteiligung junger Menschen in kirchlichen Leitungsorganen.

Diese Veranstaltung war ein weiteres kleines Stück hin zu mehr Normalität, denn aufgrund der Corona-Pandemie tagte die Kreissynode in den vergangenen zwei Jahren nur digital. Jetzt gab es wieder die Möglichkeit, persönlich im Lutherhaus teilzunehmen. Die Synodenmitglieder konnten frei wählen zwischen dem Besuch vor Ort oder der Teilnahme von auswärts per digitaler Konferenzsoftware. Insgesamt beteiligten sich 110 stimmberechtigte Synodale, davon jeweils ungefähr die Hälfte in Präsenz und online. Außerdem wurde die öffentliche Tagung live bei Youtube übertragen.

Vorschläge und Ideen für die Personalplanung

Perspektivisch fehlt es in der Evangelische Kirche - wie in anderen Organisationen und Unternehmen - an Nachwuchskräften. Das gilt auch für den zukünftigen pastoralen Dienst. Deshalb hatte der Kirchenkreis eine Arbeitsgruppe gebildet, in der Vorschläge und Ideen für die Personalplanung entwickelt werden. Jürgen Ennen, Leiter des kreiskirchlichen Amtes für Jugendarbeit, und Pfarrer Dr. Gerald Wagner präsentierten auf der Synode erste Eckpunkte für die Entwicklung von sogenannten Interprofessionellen Teams.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer sollen Teil der zukünftigen Teams sein, angedacht sind aber auch Mitarbeitende mit weiteren oder anderen Qualifikationen. Durch diese multiprofessionelle Öffnung der Gemeindearbeit soll sichergestellt werden, dass auch zukünftig die evangelische Kirche in den Städten und auf dem Land für die Menschen präsent und erreichbar ist.

Die Herausforderung, interprofessionelle Teams zu bilden, sei zugleich auch eine Chance, erklärten Ennen und Wagner. Denn die vielfältigen und abwechslungsreichen Aufgaben seien attraktiv für zukünftige Bewerberinnen und Bewerber aus theologischen und nicht theologischen Arbeitsfeldern. Zurzeit gibt es jedoch noch offene Detailfragen, die diskutiert werden müssen. Zum Beispiel, wer Verantwortung für bestimmte Bereiche übernimmt.

„Wir haben ein Interesse, dass die Rahmenbedingungen so sind, dass man kreativ und erfolgreich vor Ort arbeiten kann“, sagte Superintendent Olaf Reinmuth und ergänzte: „Es wird sich viel verändern. Das muss man auch erst mal sacken lassen.“ Das Endergebnis aus der Arbeitsgruppe und die daraus folgenden Vorschläge sollen im November auf der nächsten Kreissynode besprochen und abgestimmt werden.

Unabhängig davon sollen junge Menschen generell ermutigt werden, sich verantwortungsvoll in Kirche und Gemeinde einzubringen. „Junge Leute zu gewinnen ist ein großes Thema. Das betrifft auch ehrenamtliches Engagement. In der Gemeinde, im Kirchenkreis und in der Landeskirche sollen junge Menschen in Leitungsfunktionen eingebunden werden“, sagte Reinmuth bezogen aufs neue kirchliche Erprobungsgesetz zur Beteiligung junger Menschen.

Energiepreise und Klimaneutralität

Der derzeitige Anstieg der Energiepreise wird für den Kirchenkreis teuer. Zum Beispiel rechnet der Kirchenkreis allein aufgrund der Gasumlage unter anderem für seine Kirchen, Gemeindehäuser und dem Kreiskirchenamt mit voraussichtlichen Mehrausgaben von 388.000 Euro. Zurzeit werden zusätzliche Energiesparmaßnamen geprüft, dazu zählen Drosselung der Kesseltemperatur, in der Verwaltung das Warmwasser auf Kaltwasser umzustellen und regelmäßiges Entlüften der Heizkörper.

Auch beim Strom soll weiter gespart werden, nachdem bereits der Stromverbrauch verglichen zu 2021 um rund 15 Prozent verringert wurde. „Wir prüfen aktuell neue Lieferverträge für 2023. Möglicherweise lassen sich Kooperationen mit regionalen Windkraftanlagen schließen“, kündigte der stellvertretende Verwaltungsleiter Thorsten Koch an.

Außerdem will der Kirchenkreis den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf geeigneten eigenen Flächen vorantreiben. Insgesamt will die Evangelische Kirche in Westfalen bis 2040 eine sogenannte Klimaneutralität erreichen. Um dieses Ziel auf Kirchenkreisebene zu forcieren und noch stärker als bisher Energie einzusparen, möchte der Kirchenkreis Herford ein zusätzliche Fachkraft fürs Klimamanagement einstellen.

Dokumentation bei YouTube

https://youtu.be/2mXMnr_SniE

Foto: Jürgen Ennen (links), Leiter des kreiskirchlichen Amtes für Jugendarbeit, und Pfarrer Dr. Gerald Wagner berichten aus einer Arbeitsgruppe und präsentieren Eckpunkte der Entwicklung von Interprofessionelle Teams.

Foto: Stellvertretender Verwaltungsleiter Thorsten Koch berichtet zur Energiepreisentwicklung, Einsparmöglichkeiten und über Schritte zur Klimaneutralität.

Foto: Superintendent Dr. Olaf Reinmuth (Mitte) mit Susanne Störmer und Pfarrer Holger Kasfeld aus dem Kreissynodalvorstand.

Foto: Blick in die Tagung im Lutherhaus.

Foto: Die Kreissynode wurde aufgrund der Corona-Pandemie als eine sogenannte hybride Veranstaltung organisiert, also in Präsenz und zugleich digital. Die Synodenmitglieder konnten somit auch per Onlinekonferenz teilnehmen, außerdem wurde für Zuschauer die Synode live auf Youtube übertragen. David Heuer organisierte und betreute die Technik.

Foto: Danke, Doris Vogelsang! Sie ist im Sekretariat des Superintendenten ein zuverlässiger "Motor" bei allen organisatorischen Themen. So wie jetzt auch wieder bei der Vorbereitung der Kreissynode. Dafür gab´s vom Superintendenten Dr. Olaf Reinmuth wie auch von den Synodenmitgliedern lauten Beifall und wertschätzende Anerkennung!

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