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Herford: Literarisch-musikalischer Abend in der Marienkirche / Misha Schoeneberg und Michael Gerlinger am 9. November

Herford: Literarisch-musikalischer Abend in der Marienkirche / Misha Schoeneberg und Michael Gerlinger am 9. November

Herford: Literarisch-musikalischer Abend in der Marienkirche / Misha Schoeneberg und Michael Gerlinger am 9. November

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Herford: Literarisch-musikalischer Abend in der Marienkirche / Misha Schoeneberg und Michael Gerlinger am 9. November

Titelbild: Misha Schoeneberg

Eine bewegende Familiengeschichte, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Musik von Leonard Cohen stehen am Jahrestag der Pogromnacht im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Unter der Empore“ in der Herforder Marienkirche, Stiftbergstraße 33.

Am Montag, 9. November, stellt der Berliner Autor und Musiker Misha Schoeneberg ab 19 Uhr sein Buch „Vielleicht wollte er gar nicht schweigen, er fand bloß die Worte nicht. Mein Vater, Auschwitz und der 7. Oktober“ vor. Der Gitarrist Michael Gerlinger begleitet den literarischen Abend mit deutschsprachigen Interpretationen von Liedern Leonard Cohens.

„Vielleicht wollte er gar nicht schweigen..."

Misha Schoeneberg schrieb unter anderem Lieder für Max Prosa sowie Texte für Rio Reiser und Ton Steine Scherben, die legendäre Musikkommune, zu der er 1981 stieß. 1993 autorisierte ihn der kanadische, jüdische Liedermacher Leonard Cohen, seine Songs in deutsche Versionen zu übertragen. Das Doppelalbum „Poem – Leonard Cohen in deutscher Sprache“ erschien 2014.

Schoenebergs Vater stammt aus einer jüdischen Berliner Familie, er hat Auschwitz überlebt. Die Mutter kam aus Vorpommern. Als Mädchen war sie im Bund Deutscher Mädel (BDM). Die Familiengeschichte vereint damit zwei sehr unterschiedliche Lebenswege, die von der Zeit des Nationalsozialismus geprägt wurden. Doch über die schmerzhaften Erfahrungen und die Vergangenheit wurde in der Familie kaum gesprochen. Dieses Schweigen war in der Nachkriegszeit sowohl in vielen jüdischen als auch in nichtjüdischen Familien verbreitet.

Reflektiert, feinfühlig und mit subtilem Humor nähert sich Schoeneberg der Vergangenheit, seiner Familiengeschichte und der Auseinandersetzung mit seiner jüdischen Herkunft väterlicherseits – bis hin zu den schockierenden Auswirkungen des 7. Oktober 2023. Das Massaker der Hamas löste bei Misha Schoeneberg eine Schreibblockade aus. Er lebt in Berlin-Neukölln und war fassungslos darüber, dass dort Menschen auf der Straße das Verbrechen bejubelten.

© Kathleen Friedrich

Michael Gerlinger (Foto oben) lebt in Potsdam und ist Schauspieler, Sänger, Musiker, Perkussionist und Theaterautor. Aktuell steht er unter anderem als Rio-Reiser-Interpret mit dem deDADAduo sowie mit dem Theaterstück „Meine Mutter, Herr Alzheimer und ich“ auf der Bühne. An diesem ebenso vielfältigen wie bewegenden Abend begleitet er Misha Schoeneberg musikalisch mit deutschsprachigen Interpretationen von Leonard-Cohen-Liedern. Damit bietet sich eine seltene Gelegenheit, diese besonderen Bearbeitungen der Werke des weltberühmten Sängers von „Suzanne“ live zu erleben.

Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Unter der Empore“ statt. Initiiert und organisiert wird sie von Günter Scheding in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Herford, der Evangelischen Visionsgemeinde Herford und der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreisverband.

Weitere Informationen gibt es bei Frank Meier-Barthel per E-Mail an kontakt@gcjz-herford.de oder telefonisch unter (0174) 9379572.

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