12/06/2026 0 Kommentare
Bünde-Holsen: Kita Arche muss leider 2027 schließen / Gemeinsam einen guten Übergang gestalten
Bünde-Holsen: Kita Arche muss leider 2027 schließen / Gemeinsam einen guten Übergang gestalten
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Bünde-Holsen: Kita Arche muss leider 2027 schließen / Gemeinsam einen guten Übergang gestalten
Titelfoto: Vor der "Kita Arche", von links: Frauke Meyer (Referatsleitung und Geschäftsführung Kindertageseinrichtungen des Kirchenkreises), Superintendent Dr. Olaf Reinmuth, Valeska Absi (Referatsleitung und Geschäftsführung Kindertageseinrichtungen), Coernelia Fastner-Boß (Philippus-Kirchengemeinde), Irene Arnold (Leiterin Ev. Kita „Arche“), Marco Frodermann (Amtsleiter Jugendamt Stadt Bünde), und Daniel Müller (Erster Beigeordneter Stadt Bünde).
Das ist alles andere als eine fröhliche Nachricht, aber trotzdem notwendig: Die Evangelische Kita „Arche“ in Bünde-Holsen muss leider zum 31. Juli 2027 (2027!) schließen. Es gibt vor Ort zu wenige Kinder. Die Entscheidung zur Schließung der Kita ist allen an der Entscheidung Beteiligten nicht leichtgefallen.
Die Schließung ist eine notwendige Reaktion auf die nachweislich rückläufigen Bedarfe an Betreuungsplätzen und erfolgt in enger Abstimmung mit der Jugendhilfeplanung der Stadt Bünde. Grundlage ist eine gemeinsame und verantwortungsvolle Einschätzung der aktuellen Entwicklung.
Beim Kirchenkreises Herford als Träger der Kita gibt es großes Verständnis für die emotionalen Reaktionen der Eltern. Die Kita „Arche“ ist für viele Familien ein wichtiger und vertrauter Ort, der für seine hohe pädagogische Qualität und die besonders familiäre Atmosphäre geschätzt wird.
Veränderungen – insbesondere wenn sie das eigene Kind betreffen – sind oft mit Sorgen und Unsicherheiten verbunden. Neue Räume, neue Kinder, neue Bezugspersonen und teilweise auch veränderte Wege bedeuten eine Umstellung. Das ist eine Situation, die vom Kirchenkreis sehr ernst genommen wird.
Zwei weitere evangelische Kitas in Holsen und Ahle bleiben erhalten
Durch die frühzeitige Information der Eltern am 10. Juni 2026 bei einem Elternabend möchten der Kirchenkreis, die Kita „Arche“ und die Stadt Bünde den Familien die Möglichkeit geben, sich in Ruhe mit der Situation auseinanderzusetzen, das letzte Kita-Jahr bewusst zu erleben und einen guten, wertschätzenden Abschied zu gestalten.
Um auch weiterhin den Bedürfnissen der Eltern bestmöglich gerecht zu werden, bietet der Kirchenkreis ortsnahe Alternativen in den Evangelischen Kitas Noah und Regenbogen an. Die Wünsche der Familien werden dabei ausdrücklich bereits vor der regulären Platzvergabe berücksichtigt.
Aktuelle Infos + Fakten von der Stadt Bünde
Das Jugendamt der Stadt Bünde ist gesetzlich verpflichtet, die Kindertagesbetreuung bedarfsgerecht zu planen und die vorhandenen Betreuungsangebote regelmäßig an die tatsächliche Entwicklung der Kinderzahlen anzupassen. Dabei wird nicht nur die aktuelle Situation betrachtet, sondern auch die zu erwartende Entwicklung in den kommenden Jahren. Ziel ist es, ein dauerhaft tragfähiges und dem tatsächlichen Bedarf entsprechendes Betreuungsangebot sicherzustellen.
Ein wichtiger Indikator für den zukünftigen Bedarf an Betreuungsplätzen sind die Geburtenzahlen. Diese sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.
Während im Jahr 2021 noch 441 Kinder in Bünde geboren wurden, sank die Zahl über 346 Geburten im Jahr 2022 und 340 im Jahr 2023 auf 325 im Jahr 2024 und 322 im Jahr 2025. Gleichzeitig ist auch die Zahl der Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren rückläufig.
Allein schon in den Ortsteilen Ahle und Holsen sank die Zahl der Neugeborenen von 326 im Jahr 2022 auf 274 im Jahr 2025. Diese Entwicklung wirkt sich zeitversetzt auf die Nachfrage nach Kita-Plätzen aus.
Bereits 2025/2026 mussten innerhalb der Stadt Bünde 20 Kita-Plätze abgebaut werden und für das Kindergartenjahr 2026/2027 insgesamt 80 Plätze. Doch damit nicht genug: Die Bedarfsprognosen des Jugendamtes zeigen, dass in den kommenden Jahren noch weniger Betreuungsplätze benötigt werden. Für das Kindergartenjahr 2027/2028 wird eine Reduzierung um 150 Plätze prognostiziert, für 2028/2029 um weitere 50 Plätze.
Nach Aussage der Stadt Bünde bleiben trotz dieser Anpassungen ausreichend alternative Betreuungsangebote im Stadtgebiet vorhanden. Die geplanten Maßnahmen dienen daher dazu, die vorhandenen Kapazitäten an den tatsächlichen Bedarf anzupassen und eine wirtschaftlich sowie fachlich tragfähige Betreuungsstruktur zu erhalten.
Die Überlegungen zu möglichen Schließungen oder Gruppenreduzierungen sind laut Stadtverwaltung keine kurzfristigen Entscheidungen, sondern das Ergebnis einer langfristigen Bedarfsplanung. Dabei steht die Stadt in engem Austausch mit den Trägern der Einrichtungen. Neben den prognostizierten Kinderzahlen fließen auch weitere Faktoren wie die Gebäudestruktur, das Alter der Einrichtungen, bestehende Zweckbindungen sowie standortbezogene Rahmenbedingungen in die Planungen ein. Die Entscheidung darüber, welche Einrichtungen oder Gruppen zu welchem Zeitpunkt geschlossen werden, trifft letztlich der jeweilige Träger.
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