Gottesdienst mit Kindern

Herford: Ein Abend über Joseph Roth / Am 13. Januar 2026 ist der Auftakt einer Lesereihe in der Herforder Synagoge

Herford: Ein Abend über Joseph Roth / Am 13. Januar 2026 ist der Auftakt einer Lesereihe in der Herforder Synagoge

Herford: Ein Abend über Joseph Roth / Am 13. Januar 2026 ist der Auftakt einer Lesereihe in der Herforder Synagoge

# Nachrichten

Herford: Ein Abend über Joseph Roth / Am 13. Januar 2026 ist der Auftakt einer Lesereihe in der Herforder Synagoge

Titelfoto/ Archivfoto: Frank Meier-Barthel bei einer Lesung in der Herforder Synagoge. 


Am Dienstag, 13. Januar 2026, beginnt um 19.30 Uhr in der Herforder Synagoge in der Komturstraße 21 eine kommentierte Lesung aus Werken des Erzählers Joseph Roth (1894-1939). Frank Meier-Barthel von der Evangelischen Erwachsenenbildung wird in der wunderbaren Atmosphäre des Gottesdienstraumes mit seinem blauen, lichterfunkelnden Deckengewölbe ausgewählte Passagen vorlesen und in kurzen, prägnanten Kommentaren über das Leben des österreichischen Schriftstellers berichten. 

Joseph Roth wurde in Galizien geboren, damals eine Provinz des österreichischen Kaiserreichs, deren Kultur sehr durch das Judentum geprägt gewesen ist. Roth erzählte in seinen Romanen mit Anteilnahme von diesen untergehenden Lebenswelten, gleichviel ob er sich in „Radetzkymarsch“ dem greisen Kaiser Franz Joseph oder in „Hiob“ einer vielfach bedrückten und bedrängten jüdisch-orthodoxen Familie zuwandte. Warmherzig und kühl zugleich blickte er auf seine Mitmenschen. 

Sein Essay „Juden auf Wanderschaft“ ist nicht frei von romantisierender Nostalgie und enthält doch am Beispiel osteuropäischer Juden grundsätzliche Beobachtungen zum Thema Migration, die hellsichtig und aktuell sind. Er schrieb über bürokratische Schikanen, Armut und Anfeindungen, über Flucht, Heimweh und enttäuschte Hoffnungen. Joseph Roth starb im Pariser Exil, in das er wegen der Nationalsozialisten gegangen war. Meier-Barthel wird auch aus einem Bericht seines Freundes Soma Morgenstern über einen der letzten öffentlichen Auftritte Roths vor seinem frühen Tod vorlesen. 

Der Abend über Joseph Roth ist der Auftakt der zweiten Staffel der Lesereihe „Kinder Kakaniens“. Kakanien ist ein ironischer Ausdruck für die Kaiserlich-königliche (abgekürzt: KK) Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, aus der alle vorgestellten Autoren und Autorinnen stammen. Am 10. Februar wird es in der Reihe um die Prager Journalistin Milena Jesenska und am 10. März um den Religionsphilosophen Martin Buber gehen. 

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Lesereihe „Kinder Kakaniens“ ist eine Zusammenarbeit der Evangelischen Erwachsenenbildung mit der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Herford. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Frank Meier-Barthel unter E-Mail: frank.meier-barthel@kirchenkreis-herford.de oder unter der Mobilnummer: (0174) 9379572. 

Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed