01/10/2026 0 Kommentare
Herford: Musikalische Lesung in der Herforder Synagoge am 6. Oktober
Herford: Musikalische Lesung in der Herforder Synagoge am 6. Oktober
# Nachrichten

Herford: Musikalische Lesung in der Herforder Synagoge am 6. Oktober
Am Dienstag, 6. Oktober, beginnt um 19.30 Uhr in der Herford Synagoge in der Komturstraße 21 eine musikalische Lesung mit Frank Meier-Barthel und Gerlind Tautorus. Gemeinsam stellen sie Ernst Tollers „Eine Jugend in Deutschland“ vor. Der Eintritt ist frei.
Ernst Tollers Lebenserinnerungen zählen zu den besten autobiographischen Schriften des 20. Jahrhunderts. 1893 wurde er in einer kleinen Stadt in Posen in eine bürgerliche, deutsch-jüdische Familie geboren. Er erinnert sich, wie schon die Kinderwelt durch unterschwellige Gewalt und Unrecht geprägt gewesen sei. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich, Vorurteile zwischen Polen und Deutschen und antisemitische Beschimpfungen belasteten die Beziehung zwischen seinem Freund Stanislaus und ihm.
Vom Freiwilligen zum Gegner des Ersten Weltkriegs
Toller meldete sich freiwillig in den Ersten Weltkrieg – um seine Zugehörigkeit zu den Deutschen zu beweisen. Rasch war er entsetzt, wandelte sich zum Kriegsgegner und nahm schließlich an der Revolution im November 1918 teil. Seine Wandlung habe sich vollzogen, als er auf dem Schlachtfeld auf einen Leichnam traf und dachte: „Ein toter Mensch. Nicht: ein toter Franzose. Nicht: ein toter Deutscher. Ein toter Mensch.“
Ernst Toller gelang es in seine Lebenserinnerungen durch die Beschreibung alltäglicher Situationen viel von der Mentalität, der Atmosphäre und den Konflikten seiner Kindheit- und Jugendzeit einzufangen. Da vergleichen Schuljungen, womit ihr Pausenbrot beleget ist. Da überlegt ein junger Soldat, was er der Mutter seines gefallenen Freundes schreiben solle. Toller wusste, wie man Grundsätzliches einfach, konkret und sehr berührend schreiben konnte.

Frank Meier-Barthel (Foto oben) von der Evangelischen Erwachsenenbildung wird vorlesen, Gerlind Tautorus greift die Stimmung der Texte auf und verstärkt sie musikalisch durch ihr Spiel auf der Violine mit ausgewählten Fragmenten aus Werken von Vivaldi, Prokofjew und anderen. Die musikalische Lesung ist eine Kooperation der Evangelischen Erwachsenenbildung mit der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Herford (GCJZ).
Weitere Informationen unter E-Mail: kontakt@gcjz-herford.de oder Telefon (0174) 9 37 95 72.
Kommentare