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Herford: Orientierung bei schwierigen Entscheidungen / Kirchenkreis Herford will Angebote stärker an ihrer Wirkung ausrichten

Herford: Orientierung bei schwierigen Entscheidungen / Kirchenkreis Herford will Angebote stärker an ihrer Wirkung ausrichten

Herford: Orientierung bei schwierigen Entscheidungen / Kirchenkreis Herford will Angebote stärker an ihrer Wirkung ausrichten

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Herford: Orientierung bei schwierigen Entscheidungen / Kirchenkreis Herford will Angebote stärker an ihrer Wirkung ausrichten

Titelbild: Während der zweitägigen Kreissynode wurde intensiv diskutiert. Die Themen und Fragen sollen zunächst noch weiter beraten und dann auf einer der nächsten Synoden entschieden werden.

Es geht um nichts Geringeres als die Zukunft der kirchlichen Angebote im Evangelischen Kirchenkreis Herford. Bis 2029 muss der Kirchenkreis insgesamt 30 Prozent seiner Ausgaben einsparen. Die Kürzungen sollen in den Arbeitsfeldern Kinder- und Jugendarbeit sowie Kirchenmusik – wenn möglich – deutlich geringer ausfallen. Seit wenigen Tagen liegen die Ergebnisse einer umfassenden Wirkungsanalyse vor. Sie wurden nun auf der Kreissynode im Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg vorgestellt und beraten.

„Unser Ziel ist die Fortführung der Arbeit – mit Veränderung. Wir wollen nicht einfach nur kürzen, sondern uns positiv weiterentwickeln“, sagte Superintendent Dr. Olaf Reinmuth. Die vorliegende Analyse sei daher mehr als eine Sparliste. Sie solle helfen, Schwerpunkte für die Zukunft zu setzen und die kirchliche Arbeit im Kreis Herford gezielt weiterzuentwickeln.

Foto oben: Superintendent Dr. Olaf Reinmuth

Hintergrund der Untersuchung sind die finanziellen Herausforderungen, vor denen der Evangelische Kirchenkreis Herford aufgrund sinkender Kirchensteuereinnahmen steht. Bis zum Jahr 2029 soll ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden. Dafür müssen die Ausgaben insgesamt um 30 Prozent reduziert werden.

Dabei will die Kreissynode möglichst auf eine „Rasenmäher-Methode“ verzichten, also auf pauschale Kürzungen in allen Arbeitsfeldern. Stattdessen sollen Kosten und zukünftige Budgets danach bewertet werden, welche Wirkung die jeweiligen Angebote für die Menschen entfalten. Deshalb wurde das Berliner Institut „impækt – Evaluation und Wirkungsforschung“ mit einer umfassenden Untersuchung beauftragt.

Foto oben: impækt-Geschäftsführerin Dr. Miriam Zimmer

Mehr als 1.700 Erwachsene sowie 92 Kinder beteiligten sich an der Befragung. Dabei wurden nicht nur Kirchenmitglieder einbezogen, sondern auch Nutzerinnen und Nutzer kirchlicher Angebote, Ehrenamtliche, Mitarbeitende sowie Menschen ohne festen Bezug zur Kirche. Ziel war es, ein möglichst realistisches Bild der Wirkung kirchlicher Arbeit im Kreisgebiet zu erhalten.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Kirche weit über ihren engeren Mitgliederkreis hinaus wirkt. Viele Menschen nutzen Angebote des Kirchenkreises, ohne sich selbst als besonders kirchlich zu verstehen“, berichtete impækt-Geschäftsführerin Dr. Miriam Zimmer.

Besonders Kindertageseinrichtungen, Bildungsangebote, Musik- und Kulturveranstaltungen sowie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen schaffen Kontakte zur Kirche. Für viele Familien spielen die evangelischen Kitas dabei eine herausragende Rolle.

Positives Image

Auch das Image der Kirche fällt insgesamt positiv aus. Die Befragten verbinden mit ihr vor allem Eigenschaften wie „sympathisch“, „vertrauenswürdig“, „zugewandt“ und „hilfreich“. Kinder bewerten die Kirche in vielen Bereichen sogar noch positiver als Erwachsene.

Deutlich wird außerdem, dass Engagement und Religiosität eng miteinander verbunden sind. Menschen, die sich selbst als religiös einschätzen, nutzen häufiger kirchliche Angebote und engagieren sich öfter ehrenamtlich. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung aber auch, dass viele Angebote Menschen erreichen, die nur eine lockere Bindung zur Kirche haben.

Download Strukturentwicklung und Wirkungsanalyse

Präsentation auf der Kreissynode: PDF-Datei [754 KB]

Entscheidungen folgen auf einer der nächsten Synoden

Während der zweitägigen Kreissynode wurden die Ergebnisse intensiv diskutiert. Zum Beispiel gibt es erste Vorschläge, die Kürzungen bei der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Kirchenmusik auf höchstens 15 Prozent zu begrenzen – statt auf 30 Prozent. Die dafür notwendigen Einsparungen müssten an anderer Stelle erfolgen. Über eine Gesamtstrategie oder konkrete Einsparvorschläge wurde bewusst noch nicht abgestimmt. Alle Themen und Fragen sollen zunächst noch weiter beraten und dann auf einer der nächsten Synoden entschieden werden.

Bis dahin sollen alle Arbeitsbereiche Szenarien entwickeln, wie sie sich ohne Einsparungen, mit moderaten Kürzungen oder bei einem Einsparvolumen von bis zu 45 Prozent weiterentwickeln können. Dabei soll nicht allein auf Zahlen geschaut werden, sondern vor allem auf die Frage, welche Angebote für die Menschen vor Ort die größte Wirkung entfalten.

Weitere Fotoimpressionen

Foto oben: Grußwort von Landrat Mirco Schmidt

Foto oben: Grußwort von Landeskirchenrat Dr. Arne Kupke

Foto oben: Grußwort von Superintendentin Dorothea Goudefroy, Kirchenkreis Vlotho

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