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Herford/ Soest: Tradition trifft Aufbruch – 120 Jahre Westfälische Frauenhilfe

Herford/ Soest: Tradition trifft Aufbruch – 120 Jahre Westfälische Frauenhilfe

Herford/ Soest: Tradition trifft Aufbruch – 120 Jahre Westfälische Frauenhilfe

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Herford/ Soest: Tradition trifft Aufbruch – 120 Jahre Westfälische Frauenhilfe

Titelbild: Vorsitzende Angelika Waldheuer (links) und Geschäftsführerin Pfarrerin Birgit Reiche von der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen.

Seit 120 Jahren prägt die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW) mit anderen zusammen das kirchliche und gesellschaftliche Leben – mit Mut, Positionen und einem klaren Blick für die Lebenslagen von Frauen. Sie stärkt Frauen, gestaltet Kirche und mischt sich ein, wenn Verantwortung gefragt ist. Wichtige Unterstützuungsngebote sind auch die beiden in Herford ansässigen Beratungsstellen NADESCHDA und THEODORA.

Was 1906 als Zusammenschluss engagierter Frauen begann, wurde zu einer Kraft, die gesellschaftliche Entwicklungen mitträgt, herausfordert und immer wieder neu deutet. Zum 120 jährigen Jubiläum in diesem Jahr blickt der Verband auf eine Geschichte zurück, die von Aufbrüchen, Konflikten und kontinuierlicher Weiterentwicklung erzählt.

„Unsere Geschichte zeigt, wie Frauen Verantwortung übernommen haben – oft gegen Widerstände, immer mit Blick auf Gerechtigkeit und Teilhabe“, betont Vorsitzende Angelika Waldheuer. „Dieses Erbe verpflichtet uns, auch heute wach und handlungsbereit zu bleiben.“

Bildung als Fundament

Von den ersten Haushaltsschulen über die Wohlfahrtsschulen bis zur heutigen Erwachsenenbildung: Bildung war von Beginn an ein Motor der Westfälischen Frauenhilfe. Sie eröffnete Frauen neue Handlungsspielräume und verband praktische Fähigkeiten mit religiöser Orientierung. Viele Impulse wirken bis heute weiter – etwa in der geschlechterbewussten theologischen Arbeit, die seit den 1980er Jahren neue Perspektiven sichtbar macht.

Diakonisches Handeln mit Geschichte

Mit der Gründung des Frauenheim Wengern 1917 übernahm die EFHiW erstmals stationäre Verantwortung. Daraus entwickelte sich ein Netzwerk diakonischer Einrichtungen, das bis heute Frauen in schwierigen Lebenssituationen begleitet. Moderne Sozialarbeit, Selbstbestimmung und Teilhabe stehen dabei im Mittelpunkt.

Positionierung in schwierigen Zeiten

Ein besonders prägender Moment war die Soester Erklärung von 1934, in der sich die EFHiW klar zur Bekennenden Kirche bekannte. „Diese Entscheidung zeigt, dass Glauben und Verantwortung untrennbar zusammengehören“, sagt Leitende Pfarrerin und Geschäftsführerin Birgit Reiche. „Sie erinnert uns daran, auch heute gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit einzustehen.“

Anwältin für Frauen - auch in Herford

Ob Schwangerschaftskonfliktberatung, Engagement gegen Menschenhandel oder die Arbeit der beiden Herforder Beratungsstellen NADESCHDA und THEODORA sowie TAMAR in Soest: immer wieder hat die EFHiW neue Felder betreten, um Frauen zu unterstützen und Missstände sichtbar zu machen. Diese Parteilichkeit bleibt ein Kern ihres Selbstverständnisses.

Jubiläumsjahr 2026

Das Jubiläumsmotto „120 Jahre Westfälische Frauenhilfe. Echt. Engagiert. Evangelisch.“ begleitet ein Jahr voller Rückblicke und Ausblicke. Dazu gehören die Social Media Reihe zu den prägenden Vorsitzenden, die Verbands-Aktion „120 gute Taten“ sowie besondere Veranstaltungen – darunter ein Abend mit dem Duo 2Flügel am 15. Oktober 2026 in St. Petri in Soest.

„Wir feiern nicht nur unsere Geschichte“, so Waldheuer, „sondern auch die vielen Frauen, die sie geschrieben haben – und die, die sie weiterführen werden.“

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