18/03/2026 0 Kommentare
Herford: „Wenn Menschen einen demokratischen Anker haben“ / Lesung mit Sally Lisa Starken
Herford: „Wenn Menschen einen demokratischen Anker haben“ / Lesung mit Sally Lisa Starken
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Herford: „Wenn Menschen einen demokratischen Anker haben“ / Lesung mit Sally Lisa Starken
Titelfoto: Autorin Sally Lisa Starken bei ihrer Lesung in Herford
Rund 120 Teilnehmende waren bei der Lesung der Autorin und Demokratieförderin Sally Lisa Starken im Haus der Begegnung an der Landsberger Straße. Initiiert wurde der Abend von Anna-Lena Köhler von der Evangelischen Erwachsenenbildung und Petra Feldmann, Leitung Interkulturalität im Haus der Begegnung. Die beiden machten deutlich, dass Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft vielfältig verankert ist: im persönlichen Einsatz, in staatlichen Strukturen und in Institutionen wie der Kirche, die zur Stärkung demokratischer Widerstandskraft beiträgt und das Engagement für Demokratie und Menschenrechte unterstützt.
Sally Lisa Starken beschrieb in der Lesung aus ihrem Spiegel-Bestseller „Zu Besuch am rechten Rand“, warum Menschen sich zum Beispiel der AfD zuwenden, und zeigte Mechanismen auf, die die Partei einsetzt, um ihre politische Agenda zu positionieren. An mehreren Beispielen verdeutlichte sie, welche politischen und gesellschaftlichen Gefahren mit dem Erstarken der AfD verbunden seien.
Die Partei vertrete nicht nur eine zutiefst antidemokratische und menschenfeindliche Politik und verletze die Menschenwürde zahlreicher Gruppen, die selbstverständlicher Teil der deutschen Gesellschaft sind, zum Beispiel Muslime, Juden und queere Menschen. Außerdem folge die AfD einem „autoritären Drehbuch“, wie Starken betonte, das die freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehne und bewusst darauf abziele, demokratische Institutionen ins Wanken zu bringen. Viele Menschen, die sich dieser Partei zuwenden, trügen dies aktiv mit, spielten es herunter oder erkannten die Tragweite ihrer Einstellungen nicht – man lebe, so Starken, in Zeiten einer „Gefährlichkeit der beruhigenden Selbsttäuschung“.
Denn: „Wenn Menschen einen demokratischen Anker haben, dann können sie zurückgeholt werden“, so die Botschaft von Sally Lisa Starken. Für Anna-Lena Köhler bot die Veranstaltung einen Rahmen des Dialogs und stärkte die Teilnehmenden darin, persönliche, gesellschaftliche und politische Verantwortung zu übernehmen. „Die hohe Beteiligung und die intensive Diskussion des Abends zeigen deutlich, wie groß das Bedürfnis ist, sich zu informieren, Position zu beziehen und gemeinsam Wege zu suchen, unsere demokratische Kultur zu stärken“, sagt die evangelische Bildungsreferentin.
„Die Autorin ist eine einnehmende, präzise und zugewandte Rednerin, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Akteuren ausgetauscht hat“, resümierte Petra Feldmann. Ihrer Meinung nach erklärte die Autorin sehr gut nachvollziehend, wie die Sorgen und Wünsche der Menschen in Deutschland politische Stimmungen prägten, wie antidemokratische Kräfte Ängste bewusst ausnutzten und warum es so wichtig sei, Menschen im demokratischen Dialog zu halten – ein Ansatz, der auch an diesem Abend in Herford spürbar gewesen sei.
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