02/03/2026 0 Kommentare
Herford: YUNA informiert mit Café-Angebot, neuer Website und mehrsprachigen Materialien zur Prävention von weiblicher Genitalbeschneidung
Herford: YUNA informiert mit Café-Angebot, neuer Website und mehrsprachigen Materialien zur Prävention von weiblicher Genitalbeschneidung
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Herford: YUNA informiert mit Café-Angebot, neuer Website und mehrsprachigen Materialien zur Prävention von weiblicher Genitalbeschneidung
Titelfoto: Symbolbild
Die Präventions- und Aufklärungsarbeit von YUNA Westfalen-Lippe hat im Jahr 2025 deutlich an Bedeutung gewonnen. Durch eine neue Website und mehrsprachige Flyer konnte die Fachstelle ihre Reichweite erheblich erhöhen. Die Materialien wurden u. a. an BAMF-Außenstellen, Geflüchtetenunterkünften und zahlreiche Beratungsstellen verteilt. „Wir merken, wie wichtig niedrigschwellige Informationen sind“, erklärt eine Mitarbeiterin. „Viele Betroffene erfahren erst dadurch, dass es spezialisierte Unterstützung gibt.“
Kultursensible Prävention
Ein Schwerpunkt lag auf der Arbeit in "Communities". Da viele Gruppen selbstorganisiert sind und sich nicht öffentlich präsentieren, gestaltete sich der Zugang teilweise schwierig. Dennoch gelang es YUNA, Veranstaltungen in togoischen und guineischen Gruppen durchzuführen. Für Anfang 2026 ist ein weiterer Austausch in einer koptisch-orthodoxen Gemeinde geplant. Diese Arbeit ist zentral, um FGM/C langfristig zu verhindern und kultursensible Präventionsansätze zu stärken.
Mit dem YUNA-Café wurde ein neues Angebot geschaffen, das Begegnung, Austausch und Empowerment ermöglicht. Die Teilnehmerinnen bestimmen die Themen selbst, wodurch ein geschützter Raum entsteht. Kreative Workshops, etwa Malkurse, förderten das Selbstvertrauen und das Gemeinschaftsgefühl.
YUNA-Café, Kreative Workshops, Selbstvertrauen und Netzwerkarbeit
Parallel dazu wurde die Netzwerkarbeit weiter ausgebaut. YUNA stellte ihre Arbeit in verschiedenen Fachgremien vor, darunter im Netzwerk für reproduktive Gesundheit NRW sowie in Einrichtungen der Frauen- und Mädchenarbeit. Diese Vernetzung stärkt die regionale Versorgung und erleichtert die Vermittlung in spezialisierte Angebote.
Ein weiterer präventiver Schwerpunkt betrifft das Asylverfahren. Viele Betroffene wissen nicht, dass FGM/C als geschlechtsspezifische Verfolgung anerkannt werden kann. „Es ist entscheidend, dass Frauen bereits vor der Anhörung gut informiert sind“, betont eine Beraterin. YUNA setzt sich dafür ein, dass FGM/C im Asylkontext stärker berücksichtigt wird.
Fachstelle mit Sitz in Herford
Seit November 2023 gibt es in Herford die YUNA Westfalen-Lippe in der Trägerschaft der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW). Die Fachstelle ist Teil des NRW-weiten Projekts YUNA NRW zur Prävention von weiblicher Genitalbeschneidung und wird vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration NRW gefördert.
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