25/03/2026 0 Kommentare
Herforder Gemeinden gehen neue Wege bei der Besetzung von Kirchenmusikstellen
Herforder Gemeinden gehen neue Wege bei der Besetzung von Kirchenmusikstellen
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Herforder Gemeinden gehen neue Wege bei der Besetzung von Kirchenmusikstellen
Titelfoto: Heinz-Hermann Grube von der Landeskirche (l.) und Kreiskantor Leon Immanuel Sowa begleiten das mehrstufige Auswahlverfahren.
„17 Bewerbungen aus ganz Deutschland und dem Ausland sprechen für die Attraktivität der Ausschreibung“, sagt Heinz-Hermann Grube von der Evangelischen Kirche von Westfalen in der Pause eines Vorspielens im Herforder Münster. Insgesamt stellten sich in einem mehrtägigen Auswahlverfahren fünf Kandidatinnen und Kandidaten für zwei in Herford zu besetzende A-Kirchenmusikstellen vor.
Orgel und Chor
Das Besondere ist, dass – anders als sonst in Städten vergleichbarer Größe üblich – keine Generalistinnen oder Generalisten gesucht werden, sondern jeweils eine Kandidatin oder ein Kandidat mit Schwerpunkt Orgelspiel sowie eine Kandidatin oder ein Kandidat mit Chorschwerpunkt.
Ausgeschrieben waren eine 100-Prozent-Stelle mit dem Schwerpunkt „Chor“ und eine 50-Prozent-Stelle mit dem Schwerpunkt „Orgel“, und zwar gemeinsam für die Visionskirchengemeinde mit der Marienkirche auf dem Stiftberg als Hauptkirche und die Kirchengemeinde Herford Mitte-Land mit dem Münster als Hauptkirche. „Mit den zusammen 150 Prozent bleibt das Stellenkontingent in Herford unverändert. Das ist ein starkes Bekenntnis zur Kirchenmusik in Herford“, sagt Grube.
Möglichst vielfältiges Angebot
„Durch die gleichzeitige Neubesetzung der beiden Stellen war es möglich, mit den beteiligten Kirchengemeinden eine Konzeption für die ganze Stadt Herford zu entwickeln, Doppelungen im Angebot zu vermeiden und gleichzeitig ein möglichst vielfältiges Angebot sicherzustellen“, sagt Kreiskantor Leon Immanuel Sowa vom Evangelischen Kirchenkreis Herford, der Arbeitgeber der beiden Musikerinnen oder Musiker sein wird. Natürlich werde erwartet, dass beide neben ihren Spezialisierungen auch die musikalische Grundversorgung der Gemeinden übernehmen und sich dabei abstimmen.
„Das setzt einiges an Kooperation und entsprechende soziale Kompetenzen voraus“, sagt Sowa. Diese seien auch Thema in den Gesprächen mit den insgesamt zwölf eingeladenen Kandidatinnen und Kandidaten gewesen. Nach den Gesprächen seien nur noch fünf Kandidatinnen und Kandidaten zu den öffentlichen Vorstellungen eingeladen worden – drei für den Bereich Chor, zwei für den Bereich Orgel. „Bei den Vorstellungen in den Kirchen sind die musikalische Qualität und der Umgang mit der Gemeinde entscheidend“, sagt Grube. Das gemeinsame Stellenbesetzungsverfahren für die beiden neuen Kirchenmusikstellen in zwei Kirchengemeinden sei als Konzept zukunftsweisend.
Herforder Orgelsommer
Derart spezialisierte Stellenausschreibungen seien sonst nur an wirklich großen Domen üblich und daher für Musikerinnen und Musiker besonders interessant. So erkläre sich auch das große Interesse. „Dass die Orgelstelle als 50-Prozent-Stelle ausgeschrieben ist, ist kein Hinweis auf eine schwindende Bedeutung des Orgelspiels. Im Gegenteil: Wir haben in der Ausschreibung ausdrücklich die Möglichkeit geschaffen, dass die oder der Ausgewählte weiter konzertant tätig sein kann“, sagt Sowa.
Zum Bereich „Orgel“ gehört auch die künstlerische Leitung des Herforder Orgelsommers. „Um wie in der Vergangenheit hochkarätige Musikerinnen und Musiker nach Herford zu bekommen, ist eine gute Vernetzung, wie sie durch eigene Konzerttätigkeit entsteht, unerlässlich“, sagt Sowa.
Angestrebt wird ein Dienstantritt zum 1. September – vorausgesetzt, die verschiedenen Gremien wie Kirchenkreis, Vertreterinnen und Vertreter der beiden Gemeinden und nicht zuletzt auch die betroffenen Chöre stimmen zu
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