Gottesdienst mit Kindern

Reisetagebuch: +++ NEU: Tag 4 bis 5 +++ Aktuelles von unserer Delegationsreise zur Karo-Batak-Kirche in Indonesien +++

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# Nachrichten

Reisetagebuch: +++ NEU: Tag 4 bis 5 +++ Aktuelles von unserer Delegationsreise zur Karo-Batak-Kirche in Indonesien +++

Delegationsreise vom 7. bis 21. September 2026

Seit mehr als 40 Jahren verbindet den Evangelischen Kirchenkreis Herford und den Kirchenkreis Sinabun der Karo-Batak-Kirche (GBKP) eine Partnerschaft. Im September reist eine sechsköpfige Delegation aus dem Kirchenkreis Herford nach Nordsumatra. In unserem Online-Reisetagebuch berichten Herbert Busch-Prüßing, Ann Sophie Blaschke, Matthias Rohlfing, Lisa Krüger, Gerhard Niemann und Melissa Buba-Steffen von Begegnungen, Gesprächen und Eindrücken.

Die Informationen stammen unter anderem von Pfarrer Matthias Rohlfing und wurden vom Webseiten-Redaktionsteam des Kirchenkreises Herford redaktionell bearbeitet und veröffentlicht.

Nachfolgend stehen die neuesten Einträge jeweils oben.


Tag 5: Freitag, 11. September

Unterwegs ins Karoland

Nach dem Frühstück geht es mit dem gelben Schulbus weiter hinauf ins Karoland. Die Straßen schlängeln sich durch eine üppig grüne Landschaft. Kleine Felder mit Reis, Gemüse, Papaya, Bananen und Orangen wechseln sich mit dichtem Urwald ab.

Unser erster Stopp ist Buluh Awar, das „Bambus-Dorf“. Für die GBKP ist dieser Ort von besonderer Bedeutung: Hier begann 1890 mit dem niederländischen Missionar Kruyt ihre Missionsgeschichte. Dabei erfahren wir auch viel über die schwierige Verbindung von Mission und Kolonialismus. Die Missionare wurden von Plantagenbesitzern finanziert, deren Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen lebten. Gleichzeitig setzten sich Missionare für Menschen ein und brachten gesellschaftliche Veränderungen auf den Weg.

Heute entwickelt die GBKP den historischen Ort zu einer Tagungs- und Begegnungsstätte weiter. Unter einem großen Bambusdach treffen sich sonntags Kinder und Jugendliche, auch Konfi-Camps finden hier statt. Auf einem Hügel soll zudem ein Gebetshaus entstehen, das Menschen aller Religionen offensteht.

Herzlich ist auch hier der Empfang: Wir werden mit traditionellen Tänzen begrüßt, probieren Palmzucker und essen gemeinsam auf dem Boden. Unsere Gastgeber zeigen uns, wie aus dem Saft einer Palme über Stunden Palmzucker hergestellt wird.

Anschließend besuchen wir warme Schwefelquellen in Sichtweite des Vulkans Sibayak – eine willkommene Gelegenheit zum Entspannen.

Beim Abendessen in Berastagi sprechen wir schließlich über das Gemeindeleben der GBKP. Pfarrerinnen und Pfarrer haben hier eine zentrale Stellung und übernehmen zahlreiche Aufgaben in Gottesdiensten, Bibelgruppen, Seelsorge und Gemeindeleitung. Albert Purba möchte nach seiner Rückkehr aus Deutschland unter anderem eine Idee in seiner Kirche voranbringen: das Kinderabendmahl.

Tag 4: Donnerstag, 10. September

Große Träume und gelebte Verantwortung

Heute lernen wir einige Einrichtungen auf dem Gelände der GBKP intensiver kennen. Besonders beeindruckt mich die Zuversicht unserer Gastgeber. Obwohl die Kirche kaum noch wächst und viele Menschen mit großen wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu kämpfen haben, schmieden sie große Pläne.

Diese Haltung begegnet uns auch in der Philosophie der Einrichtungen: „Hier bin ich, sende mich“ (Jesaja 6,8) – verbunden mit dem Gedanken, trotz aller Schwierigkeiten nicht den Mut und die Freude zu verlieren.

Wir besuchen das Seniorenheim, den Kindergarten, das Waisenhaus und die Mikrokredit-Bank. Viele dieser Einrichtungen verbinden ihre soziale Arbeit mit eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten, etwa einer Tischlerei oder Cafeteria. Damit wollen sie zunehmend selbst für ihre Finanzierung sorgen.

Eine Leiterin bringt die Haltung auf den Punkt: Finanzen seien wichtig, dürften aber niemals im Vordergrund stehen. Entscheidend sei der diakonische Auftrag, Menschen zu helfen und Mitarbeitende für diese Aufgabe zu begeistern.

Auch die Mikrokredit-Bank verfolgt diesen Ansatz. Sie unterstützt Menschen, die sich eine eigene wirtschaftliche Existenz aufbauen wollen, bei gewöhnlichen Banken aber kaum Chancen auf einen Kredit hätten. Vertrauen und gegenseitige Verantwortung spielen dabei eine wichtige Rolle.

Am Nachmittag besuchen wir das Museum der GBKP. Es erzählt von den Anfängen der Mission und davon, wie sich der Umgang mit der Kultur der Karo verändert hat. Während frühe Missionare traditionelle Religionen, Musik und Bräuche vielfach ablehnten, bezieht die GBKP heute bewusst traditionelle Melodien, Instrumente, Symbole und Tänze in ihr kirchliches Leben ein.

Tag 3: Mittwoch, 9. September

Kirche, Vulkan und viele Begegnungen

Der erste Morgen beginnt typisch indonesisch: mit Reis, Gemüse und Ei. Anschließend erkunden wir gemeinsam mit unseren Gastgebern das mehr als 50.000 Quadratmeter große Gelände der GBKP in Sukamakmur.

Hier befinden sich unter anderem ein Tagungshaus, eine Kinderklinik, ein Waisenhaus mit Tischlerei, ein Seniorenheim und ein Kindergarten. Besonders deutlich wird dabei, welche wichtige soziale Rolle die Kirche in der Region übernimmt.

Beim „Welcome Lunch“ treffen wir Moderator Christmas Barus und Vertreter des Kirchenkreises Sinabun. Die Gespräche führen schnell zu Themen, die das Leben der Menschen in Nordsumatra prägen: die Geschichte des Landes, Landwirtschaft, soziale Fragen und vor allem der Vulkan Sinabung.

Der weiterhin aktive Vulkan hat vielen Menschen ihre Lebensgrundlage genommen. Landwirtschaftliche Flächen liegen in Sperrzonen, Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Ein Kirchenvorsteher erzählt uns, dass er seine Kaffeeplantage trotz Verbots weiterhin in der „Red Zone“ bewirtschaftet – weil ihm eine Alternative fehlt.

Am Nachmittag erfahren wir mehr über die Geschichte der Karo-Batak-Kirche, die heute rund 370.000 Mitglieder zählt. Ihr Leitvers aus Jesaja 6,8 ist auf dem Gelände in Stein gemeißelt: „Hier bin ich, sende mich.“

Auch gesellschaftliche Probleme wie Korruption kommen offen zur Sprache. Schon dieser erste Tag zeigt, wie vielfältig unsere Partnerschaft ist. Es geht nicht nur um Kirche und Glauben, sondern ebenso um Geschichte, Politik, soziale Verantwortung und die ganz konkreten Herausforderungen im Alltag der Menschen.

Tag 1 bis 2: Montag, 7. September, bis Dienstag, 8. September

Ankunft in Indonesien

Endlich geht es wieder nach Sinabun! Zwei geplante Reisen mussten wegen Corona beziehungsweise Krankheit abgesagt werden. Umso größer ist die Freude, dass es diesmal klappt.

Mit Melissa Buba, Ann Sophie Blaschke, Lisa Krüger, Gerhard Niemann und mir, Matthias Rohlfing, sind fünf neue Gesichter in der Partnerschaftsarbeit dabei. Herbert Busch-Prüssing engagiert sich bereits seit längerer Zeit für die Verbindung nach Indonesien. Vorbereitet wurden wir unter anderem von Sonia Tarigan, Jugendreferentin im Kirchenkreis Lübbecke, die uns viel über das Leben und die Gepflogenheiten in Indonesien erzählt hat.

Nach rund 13 Stunden Flug über Singapur erreichen wir Medan. Am Flughafen erwartet uns ein herzliches Willkommen: Mitarbeitende der Ökumene-Abteilung der GBKP begrüßen uns mit einem großen Transparent. Obwohl wir uns zuvor nur aus einem Videocall kannten, kommen wir sofort miteinander ins Gespräch.

Albert Purba, der sechs Jahre als Pfarrer im Kirchenkreis Herford tätig war, soll uns auf unserer Reise begleiten. Wegen eines Vulkanausbruchs und schlechten Wetters verspätet sich sein Flug jedoch erheblich.

Mit einem Schulbus der GBKP fahren wir schließlich zum kirchlichen Zentrum und Gästehaus nach Sukamakmur. Nach der langen Anreise sind wir müde – aber schon jetzt fühlt sich unsere bunt zusammengewürfelte Reisegruppe erstaunlich vertraut an.

Gruppe, die mit einer Collage aus Reisefotos aus einer europäischen Stadt posiert und in einer Flughafenumgebung lächelt.

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