28/01/2026 0 Kommentare
Kirchenkreis Herford reagiert auf überregionalen Trend: Rückläufige Anmeldungen in den Kitas
Kirchenkreis Herford reagiert auf überregionalen Trend: Rückläufige Anmeldungen in den Kitas
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Kirchenkreis Herford reagiert auf überregionalen Trend: Rückläufige Anmeldungen in den Kitas
Titelfoto: Symbolfoto Kitas
Der Evangelische Kirchenkreis Herford erwartet von der Landespolitik eine auskömmliche und tragfähige Finanzierung der Kitas in Nordrhein-Westfalen.
Der Kirchenkreis ist Träger von 56 Kindertageseinrichtungen (Kitas) mit rund 4.000 Kindern und etwa 1.000 Mitarbeitenden. Mit großer Sorge wird der überregionale, deutliche Rückgang der Anmeldezahlen in Kindertageseinrichtungen beobachtet. Davon betroffen sind auch die kreiskirchlichen Kitas. Die Prognosen aus allen vier Jugendamtsbezirken Bünde, Löhne, Kreis Herford und Stadt Herford bestätigen den Trend eines veränderten Anmeldeverhaltens der Eltern sowie insgesamt sinkender Kinderzahlen.
Mitarbeitendenversammlung
Auf der Mitarbeiterversammlung am 20. Januar 2026 informierten Superintendent Dr. Olaf Reinmuth, der Vorsitzende des Kita-Ausschusses Dr. Gerald Wagner sowie die Geschäftsführungen des Kita-Referates, Frauke Meyer und Valeska Absi, umfassend über die aktuelle Lage und die daraus resultierenden Anpassungserfordernisse. Ein Schwerpunkt bildete die Finanzierung der Kitas nach dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz): Weniger angemeldete Kinder führen unmittelbar zu einer geringeren Stunden- und Personalausstattung.
Auswirkungen ab dem 1. August 2026
Auf Grundlage des tatsächlichen Bedarfs ergeben sich für das kommende Kita-Jahr folgende strukturelle Veränderungen:
- in 7 Kitas wird jeweils eine Gruppe reduziert,
- in 1 Einrichtung wird eine halbe Gruppen weitergeführt,
- insgesamt sind die Einrichtungen derzeit nicht ausgelastet.
Diese Entwicklung erfordert weitreichende Anpassungen in der Personalplanung – ein deutlicher Kontrast zur Situation der vergangenen Jahre, in denen der Kirchenkreis aufgrund des Ausbaus der Plätze neue Mitarbeitende eingestellt hat.
Qualitätssicherung und Arbeitsplatzsicherheit haben höchste Priorität
Trotz der Herausforderungen betont der Evangelische Kirchenkreis Herford, dass zwei Ziele im Mittelpunkt stehen:
- Die Sicherung der pädagogischen Qualität in allen Einrichtungen.
- Die Sicherung der Arbeitsplätze der Mitarbeitenden.
Besonders die befristeten Beschäftigungsverhältnisse werden in diesem Jahr sorgfältig geprüft. Eine Weiterbeschäftigung wird bedarfsorientiert, transparent und verantwortungsvoll abgewogen.
Personalplanung: Ausbau des Springerpools und Versetzungen
Um in allen Einrichtungen verlässlich pädagogische Qualität sicherzustellen, wird der Springerpool der kreiskirchlichen Kitas ausgebaut – insbesondere mit Mitarbeitenden aus dem bestehenden Personalbestand. So können personelle Ausfälle flexibel ausgeglichen werden.
Damit zum 1. August 2026 eine gleichmäßige und ausreichende Personalausstattung in allen Kitas gewährleistet ist, werden Versetzungen notwendig sein. Diese dienen ausschließlich dazu, die Einrichtungen stabil aufzustellen und allen Kindern eine verlässliche Betreuung zu ermöglichen.
Ein massiver Veränderungsprozess, der den Kirchenkreis herausfordert – aber nicht entmutigt
Superintendent Dr. Olaf Reinmuth: „Dass wir uns in so kurzer Zeit in einem solch umfassenden Change-Prozess wiederfinden, stellt uns vor große Aufgaben. Gleichzeitig wissen wir, dass wir diese Verantwortung gemeinsam tragen und mit Bedacht handeln müssen.“
Zuversicht durch Qualität und starke Strukturen
Trotz der Herausforderungen blickt der Kirchenkreis zuversichtlich nach vorn. Als große Organisation mit einem fachlich kompetenten und breit aufgestellten Kita-Referat sowie erfahrenen Kita-Leitungen, pädagogisch kompetenten Teams und gefestigten Strukturen sieht er sich in der Lage, auch in dieser Phase tragfähige Entscheidungen zu treffen.
Besonders die laufende Arbeit an Qualitätsstandards – etwa im Rahmen des Qualitätsmanagements BETA – stärkt die Einrichtungen zusätzlich. Die systematische Auseinandersetzung mit pädagogischen Standards und Prozessen schafft Sicherheit, Klarheit und eine starke fachliche Grundlage für die Zukunft.
Transparenz und Dialog
Der Kirchenkreis möchte Mitarbeitende, Eltern und wichtige Partner der Kita-Arbeit fortlaufend über neue Entwicklungen informieren. Nach eigener Aussage sind ihm dabei ein offener und ehrlicher Informationsaustausch sehr wichtig.
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