03/03/2026 0 Kommentare
Wer lacht, erschreckt sein Unglück
Wer lacht, erschreckt sein Unglück
# Monatliche Andachten

Wer lacht, erschreckt sein Unglück
von Pfarrerin Katharina Baumann-Schulz
Dank an Martin Luther für diesen Satz zur Kunst, die Angst zu verlernen, denn Angst lähmt und macht dumm im Kopf. Was machen wir also mit unserer Angst, dem Geist der Furcht vor Krankheit, nicht enden wollendem Krieg, Angst vor der Zukunft, die sich in unserem Leben breit macht in diesen herausfordernden Zeiten?
Fürchte dich nicht, kein Satz steht so oft in die Bibel wie dieser. Aber wie lässt sich Angst überwinden?
Wer lacht, erschreckt sein Unglück. Kennen sie noch die Augsburger Puppenkiste? Schon als Kind konnte ich herzlich lachen über den Riesen Tutur. Im berühmten Roman von Michael Ende begegnet Jim Knopf dem Riesen Tutur. Alle haben Angst vor ihm und so lebt er einsam am Ende der Welt. Aber der Riese Tutur ist kein richtiger Riese, nur ein Scheinriese! Das merkt man aber nur, wenn man mutig ist und sich ihm nähert. Je näher man ihm kommt, umso kleiner wird er. Und ist man ganz nah dran, ist er nicht größer als ein normaler Mensch, verrückt!
Um den Geist der Furcht, den Scheinriesen in unserem Leben in die Grenzen zu weisen, braucht es viel Mut. Ein „Hab keine Angst! Fürchte dich nicht!" reicht da nicht. Es muss etwas dazu kommen. Das weiß auch Paulus. Aus dem Gefängnis schreibt er einen Brief an Timotheus:Gott schenkt uns seinen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Wenn ich unterzugehen drohe vor lauter Angst, dann kann helfen, erinnert zu werden an das, was mich trägt und hält, was da ist und nicht verloren geht. Von Gottes Liebe zu uns ist da die Rede: Von Gnade, vom Selig- gemacht- sein, von Offenbarung und Licht. Vielleicht hat der verzagte Timotheus auch zweimal hinschauen müssen, als er las: „Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht." Der Tod hat verloren, heißt das. Ob Timotheus das verstanden hat? Ob ich das verstehen und glauben kann? Wie wäre es wohl, wenn wir so leben würden, dass der Tod keine Macht mehr über uns hätte?
Was wäre das für ein Lebensgefühl, Gottes Gnade vor und hinter uns zu wissen, und ganz aus der Hoffnung heraus zu leben, dass wir im Letzten nichts zu fürchten haben? Den Mut zu haben, Böses mit Gutem zu vergelten, auch unserem Feind?
Also mich macht das zuversichtlich, lebendiger und fröhlicher, das Zutrauen: Gott überwindet meine Angst.
Und es gibt sie: Tage und Zeiten der Zuversicht, lichte Tage. Und wenn sie dann kommen, die Tage und Zeiten der Zweifel und mit ihnen die Furcht, dem Leben nicht gewachsen zu sein, Tage des Zauderns und Verzagens, dann brauche ich Bilder, die mich zum Lachen bringen , wie das vom Scheinriesen Tutur, und klare Worte, Gegenworte zur Angst, wie die des Paulus an seinen Freund , 2. Tim 1,7: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit."
Kommentare